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Red Dead Redemption 2

«Ein schöner Batzen Schleim» - Arthur Morgans Husten war echt

Roger Clark ging für Red Dead Redemption 2 ins Aufnahmestudio, wenn er selbst erkältet war - und fünf Jahre Produktion boten dafür reichlich Gelegenheit

Republic of Pixels Redaktion11. September 2026 · 02:04 Uhr3 Min. Lesezeit
«Ein schöner Batzen Schleim» - Arthur Morgans Husten war echt
Bild: IGN
Kurzfassung
  • Roger Clark hat Arthur Morgans Hustenanfälle teils aufgenommen, während er real erkältet war
  • Besonders heftige Hustenszenen wurden bewusst ans Ende eines Drehtags gelegt
  • Die Aufnahmen zogen sich über rund fünf Jahre - genug Zeit für mehrere echte Erkältungen
  • Die Aussagen stammen aus einem Interview für ein IGN-YouTube-Video über die Entstehung der Figur

Wer Red Dead Redemption 2 zu Ende gespielt hat, erinnert sich an dieses Geräusch: das trockene Bellen, das später in ein nasses, mühsames Ringen um Luft übergeht. Arthur Morgans Hustenanfälle klingen unangenehm echt - und wie Hauptdarsteller Roger Clark nun bestätigt, waren sie es in manchen Fällen tatsächlich. Clark sprach in einem Interview mit IGN für ein YouTube-Video über die Entstehung der Figur darüber, wie die Aufnahmen zustande kamen. Sein Trick war weniger Schauspielkunst als Terminplanung: Wenn er selbst krank war, meldete er sich im Studio.

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5 Jahre

zog sich die Arbeit an der Rolle - Zeit für mehrere echte Erkältungen

Krank ins Studio - freiwillig

Auf die Frage, wie kräftezehrend es sei, so heftiges Husten dauerhaft zu simulieren, antwortete Clark überraschend gelassen. Die Belastung sei geringer gewesen als vermutet, weil sich die Arbeit über einen sehr langen Zeitraum verteilte. Und in einer Produktion, die sich über Jahre streckt, fällt irgendwann von selbst genug brauchbares Material an.

Es ist nicht so schlimm, wie man denken würde, weil ich fünf Jahre hatte, um es zu verteilen. Wenn eine wirklich schlimme Hustenszene anstand, haben wir sie immer für das Ende des Tages aufgespart. In fünf Jahren gibt es reichlich Erkältungen. Wir haben eine Menge Material bekommen, das verdammt echt war. Ich sagte dann: «Hey, ich bin erkältet, lass mich da rein.» Und sie sagten: «Okay.» Ein schöner Batzen Schleim.
Roger Clark, Arthur-Morgan-Darsteller, im Interview mit IGN

Der zweite Teil der Erklärung ist fast noch interessanter als der erste: Die wirklich brutalen Hustenszenen wanderten bewusst ans Ende eines Aufnahmetags. Wer sich die Stimme ruiniert, kann danach keine ruhigen Dialogzeilen mehr einsprechen - eine simple, aber wirkungsvolle Vorsichtsmassnahme bei einer Figur, deren Stimme über hunderte Szenen hinweg tragen muss.

Warum Arthurs Husten die Geschichte trägt

Arthur Morgan ist über seinen Husten fast mitdefiniert. Der Revolvermann infiziert sich früh in der Handlung mit Tuberkulose - ausgerechnet, nachdem er einen Mann wegen einer Geldschuld zu Tode geprügelt hat. Die Krankheit wirkt dadurch wie eine bittere karmische Quittung für ein Leben, das Arthur bis dahin geführt hat.

Bemerkenswert ist, wie die Enthüllung erzählt wird: Spielerinnen und Spieler wissen zunächst nicht, warum ihre Figur so angeschlagen wirkt. Der Husten wird nur langsam schlimmer, bis Arthur schliesslich zusammenbricht und zu einem Arzt gebracht wird, der die Diagnose stellt. Bis dahin hat das Spiel die Information im Grunde über das Sounddesign vermittelt - und genau deshalb fällt es auf, wenn die Aufnahmen nicht überzeugen.

  • Die Infektion erfolgt früh in der Handlung, nach einer Gewalttat wegen Geldschulden
  • Der Husten verschlimmert sich über den weiteren Spielverlauf hinweg spürbar
  • Die Diagnose fällt erst, nachdem Arthur zusammenbricht und zum Arzt gebracht wird
  • Je nach Entscheidungen kann Arthur versuchen, anderen Menschen zu helfen - eine Form von Wiedergutmachung

Eine Erzählentscheidung, die Mut brauchte

Eine Hauptfigur zu erschaffen, die über Dutzende Spielstunden hinweg körperlich verfällt, war für ein Grossproduktions-Actionspiel eine ungewöhnliche Richtung. Der übliche Weg wäre gewesen, den Helden bis zum Ende funktionsfähig zu halten. Red Dead Redemption 2 macht das Gegenteil: Der Verfall wird hörbar, während die Welt drumherum unverändert weitergeht. Dass diese Entwicklung ausgerechnet über echte Erkältungsgeräusche getragen wird, passt zum Rest des Spiels - einer Produktion, die ihre Glaubwürdigkeit aus hunderten Kleinigkeiten zieht, die einzeln kaum auffallen.

Einordnung

Clarks Anekdote ist keine grosse Neuigkeit über ein kommendes Spiel, aber sie erklärt einen Effekt, über den sich seit dem Release viele gewundert haben. Und sie zeigt, wie banal die Entstehung eines der intensivsten Momente moderner Spielgeschichte sein kann: kein Hightech-Audiotrick, sondern ein erkälteter Schauspieler, der sich freiwillig ins Aufnahmestudio setzt. Wer Red Dead Redemption 2 erneut startet, hört diesen Szenen ab jetzt wohl anders zu.

Warum das wichtig ist

Arthur Morgans Krankheit ist kein Nebenschauplatz, sondern der emotionale Motor von Red Dead Redemption 2 - und ein Grund, warum die Figur so nah wirkt. Clarks Erklärung zeigt, wie viel von dieser Wirkung aus pragmatischen Studioentscheidungen und nicht aus Audiotechnik entsteht.

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