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«Diese Regel könnte fallen» - Pokémon rüttelt an den Rundenkämpfen

Champions-Director Kazumasa Iwao deutet an, warum Game Freak das vertraute Kampfsystem in ein eigenes Spiel ausgelagert hat

Republic of Pixels Redaktion24. August 2026 · 16:04 Uhr3 Min. Lesezeit
«Diese Regel könnte fallen» - Pokémon rüttelt an den Rundenkämpfen
Bild: Eurogamer.de
Kurzfassung
  • Kazumasa Iwao, Director von Pokémon Champions, sagt in einem Video auf dem YouTube-Kanal von Game Freak, das rundenbasierte Kampfsystem der Reihe könne «Stück für Stück» aufbrechen.
  • Champions wurde laut Iwao unter anderem deshalb entwickelt, um das über Jahrzehnte gewachsene Kampfsystem in einem eigenen, dauerhaft spielbaren Titel zu bewahren.
  • Damit hätte Game Freak Spielraum, in den Hauptspielen - darunter Pokémon Wind und Welle für Switch 2 (2027) - mit neuen Kampfformen zu experimentieren.
  • Konkrete Aussagen zum Kampfsystem von Wind und Welle gibt es nicht; Iwao spricht allgemein über die Zukunft der Reihe.

Rundenbasierte Kämpfe sind für Pokémon das, was das Springen für Mario ist: die eine Mechanik, die seit der ersten Generation trägt. Genau diese Selbstverständlichkeit stellt Game Freak jetzt selbst zur Debatte. Kazumasa Iwao, Director von Pokémon Champions, hat in einem Video auf dem YouTube-Kanal des Studios angedeutet, dass sich die Hauptreihe schrittweise von der klassischen Zug-um-Zug-Mechanik lösen könnte - und liefert gleich mit, warum Champions überhaupt existiert.

EXTERNER INHALT VON YOUTUBE

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2027

Erscheinungsjahr von Pokémon Wind und Welle für Nintendo Switch 2

28.-30. Aug.

Pokémon-Weltmeisterschaften in San Francisco, mit Champions im Zentrum der Videospiel-Kämpfe

Ein Satz, der die Reihe infrage stellt

Iwaos Formulierung ist vorsichtig, aber unmissverständlich. Er spricht nicht von einem Bruch, sondern von einem langsamen Aufweichen einer Regel, die bislang unantastbar wirkte.

Die Pokémon-Reihe hat immer ein rundenbasiertes Kampfsystem genutzt. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass diese Regel Stück für Stück aufbricht.
Kazumasa Iwao, Director von Pokémon Champions

Wichtig ist der Kontext: Iwao nennt weder ein konkretes Spiel noch einen Zeitpunkt. Es geht um eine Richtung, nicht um eine Ankündigung. Wer daraus bereits ein Actionkampfsystem für das nächste Hauptspiel ableitet, geht deutlich weiter als der Director selbst.

Warum Champions überhaupt gebaut wurde

Spannender als die Andeutung ist die Begründung dahinter. Laut Iwao entstand Pokémon Champions auch deshalb, weil Game Freak das gewachsene Kampfsystem nicht einfach ersetzen wollte - und schon gar nicht auf Kosten jener Leute, die seit Jahrzehnten dabei sind.

Es gibt Leute, die seit Pokémon Rot/Grün oder Pokémon Gold/Silber, also seit Jahrzehnten, in Kämpfen antreten. Wir wollten ihnen nicht einfach sagen: 'Es hat sich jetzt geändert, also kauft und spielt bitte die neuen Spiele.' Das wäre nicht gut.
Kazumasa Iwao, Director von Pokémon Champions
Bei Game Freak wollen wir uns immer wieder selbst herausfordern und Neues mit der Reihe machen, aber wir wollen das Kampfsystem, das wir bis heute aufgebaut haben, nicht über Bord werfen. Deshalb dachten wir, es wäre gut, dieses System in ein Spiel zu packen, das ihr dauerhaft weiterspielen könnt. Genau dort begann die Entwicklung von Pokémon Champions.
Kazumasa Iwao, Director von Pokémon Champions

Champions ist damit weniger ein Ableger als ein Depot: Es konserviert die kompetitiven Regeln im VGC-Stil an einem festen Ort. Und genau das schafft dem Studio Luft, in den grossen Rollenspielen etwas anderes auszuprobieren, ohne die Turnierszene mit jedem Generationswechsel neu zu sortieren.

Was das für Wind und Welle bedeutet

Pokémon Wind und Welle erscheint 2027 für Nintendo Switch 2. Viele Fans waren bislang selbstverständlich davon ausgegangen, dass die beiden Editionen bei der klassischen Formel bleiben. Iwaos Aussagen machen das nicht unmöglich - sie öffnen aber eine Tür, die vorher geschlossen schien. Festhalten lässt sich derzeit:

  • Es gibt keine Aussage, dass Wind und Welle ihr Kampfsystem ändern - Iwao spricht allgemein über die Reihe.
  • Game Freak hat mit Pokémon-Legenden: Arceus und Pokémon-Legenden: Z-A bereits zwei Hauptreihen-nahe Spiele mit eigenen Kampf- und Fangsystemen veröffentlicht.
  • Abseits davon experimentierte die Marke schon früher in Ablegern wie PokéPark oder Pokémon Conquest mit völlig anderen Kampfregeln.
  • Offen bleibt, ob der kompetitive Anspruch in den Hauptspielen künftig heruntergefahren wird, weil Champions diese Rolle übernimmt.

Die Legenden-Reihe als Testlabor

Dass Game Freak neue Kampfideen nicht scheut, hat das Studio in den vergangenen Jahren belegt. Arceus warf das starre Gegenüberstehen zugunsten von Tempo- und Kraftattacken über den Haufen, Z-A ging noch einen Schritt weiter. Beides blieb allerdings die Ausnahme: Die klassischen Editionen bauten weiter auf dem vertrauten Fundament auf und ergänzten es Generation für Generation um neue Mechaniken. Iwaos Wortwahl - «Stück für Stück» - passt exakt zu diesem Muster. Ein harter Schnitt ist unwahrscheinlich, ein schleichender Umbau dagegen sehr plausibel.

Einordnung

Es lohnt sich, die Aussage nicht als Leak zu lesen, sondern als Strategiehinweis. Game Freak trennt offenbar zwei Zielgruppen sauber voneinander: Wer die Runden-Taktik in Reinform will, bekommt mit Champions ein dauerhaftes Zuhause samt Turnierbühne - der Titel steht bei den Weltmeisterschaften vom 28. bis 30. August in San Francisco im Zentrum der Videospiel-Kämpfe. Die Hauptspiele hätten damit erstmals die Freiheit, sich vom Balancing-Korsett des Wettkampfs zu lösen. Ob Wind und Welle diese Freiheit 2027 tatsächlich nutzen, hat Game Freak bislang nicht gesagt. Klar ist nur: Das Studio hat sich die Option bewusst geschaffen.

Warum das wichtig ist

Das rundenbasierte Kampfsystem ist seit Rot und Blau der Kern jedes Pokémon-Hauptspiels - ein Bruch damit würde die Reihe stärker verändern als jede neue Region. Gleichzeitig zeigt Iwaos Erklärung, dass Game Freak das kompetitive Spiel künftig womöglich in einem separaten Titel bündelt, statt es in jedem Hauptspiel mitzuschleppen.

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