Persona 4 Revival
Troy Baker und Yuri Lowenthal raus - Persona 4 Revival castet neu
Produzent Kazuhisa Wada erklärt, warum Atlus die englische Originalbesetzung von 2008 nicht mehr zusammenbekommen hat

- Atlus ersetzt in Persona 4 Revival die komplette englische Sprecherbesetzung des Originals.
- Produzent Kazuhisa Wada nennt als Gründe Branchenabgänge und volle Terminkalender der inzwischen sehr gefragten Sprecher:innen.
- Prominente Beispiele: Yuri Lowenthal (Yosuke), Troy Baker (Kanji) und Laura Bailey (Rise).
- Eine Mischung aus alten und neuen Stimmen kam für Atlus aus Respekt vor der Originalarbeit nicht infrage.
Atlus hält sich beim Remake Persona 4 Revival eng an die Vorlage - mit einer Ausnahme, die vor allem die englischsprachige Fassung betrifft: Die komplette englische Sprecherriege wird ersetzt. Serienproduzent Kazuhisa Wada erklärte im Interview mit GamesRadar+ auf der Gamescom 2026 über einen Dolmetscher, dass es sich faktisch um eine Alles-oder-nichts-Entscheidung gehandelt habe. Die Besetzung von damals liess sich schlicht nicht mehr vollständig zusammenbringen.
2008
Jahr, in dem die englischen Stimmen für Persona 4 eingesprochen wurden
10+ Jahre
Abstand zwischen den Originalaufnahmen und dem Remake
Alles oder nichts statt halber Besetzung
Die englischen Aufnahmen für Persona 4 entstanden laut Wada vor sehr langer Zeit - eigens für die westliche Fassung. In der Zwischenzeit hat sich die Branche verändert: Ein Teil der ursprünglichen Sprecherinnen und Sprecher arbeitet gar nicht mehr in diesem Feld. Andere sind so gefragt geworden, dass sich ihre Terminkalender kaum noch blockieren lassen.
Also haben wir gemerkt, dass wir diese ganze Besetzung nicht wieder zusammenbekommen. Wir haben uns gesagt: Okay, dann müssen wir wohl noch einmal die Ärmel hochkrempeln. Also gut, fangen wir von vorn an. Holen wir eine komplett neue Besetzung und geben unser Bestes.
Aus dem Ensemble von damals wurden Grössen der Branche
Wie stark sich die Karrieren entwickelt haben, zeigt ein Blick auf die Besetzungsliste von 2008. Drei Beispiele stehen exemplarisch für das Terminproblem:
- Yosuke wurde von Yuri Lowenthal gesprochen - heute vor allem als Hauptfigur der Marvel's-Spider-Man-Reihe bekannt.
- Hinter Kanji stand Troy Baker, der später Hauptrollen in The Last of Us und Bethesdas Indiana-Jones-Spiel übernahm.
- Rise wurde von Laura Bailey verkörpert, deren Rollenliste kaum noch überschaubar ist.
Für ein Remake bedeutet das nicht nur ein Kalenderproblem, sondern auch ein wirtschaftliches: Eine Besetzung, die vor über einem Jahrzehnt zusammenkam, ist heute in einer völlig anderen Liga unterwegs - und muss sich Aufnahmesessions mit Grossproduktionen teilen.
Respekt vor der Originalarbeit - kein Flickenteppich
Ein Teil der Entscheidung sei laut Wada aus Respekt vor der Leistung der Originalbesetzung gefallen. Ein Ensemble, in dem einige vertraute Stimmen neben mehreren Neuzugängen stehen, hätte die Figuren womöglich uneinheitlich wirken lassen - und die Arbeit von damals eher beschädigt als geehrt.
Es waren ziemlich viele Leute, die wir nicht bekommen konnten, und bei einigen hatten wir so grosse Mühe, dass wir dachten: Okay, vielleicht sollten wir einfach von vorn anfangen.
Dass die Neubesetzung nicht spurlos an den Beteiligten vorbeigeht, zeigte sich bereits an anderer Stelle: Mindestens eine Sprecherstimme aus Persona 4 Golden äusserte sich öffentlich tief betrübt darüber, für das kommende Remake nicht erneut besetzt worden zu sein.
Nah am Original - nur eben mit anderen Stimmen
Inhaltlich verfolgt Atlus mit Revival einen betont werktreuen Ansatz. Das Studio argumentiert, die Geschichte rund um Gerüchte, Informationsflut und die Frage, wem man eigentlich glauben kann, sei heute relevanter als 2008.
Wir leben in einem Zeitalter, in dem Informationen überall sind.
Einordnung: Für die japanische Fassung ändert sich durch diese Entscheidung nichts - betroffen ist ausschliesslich die englische Tonspur, die im deutschsprachigen Raum aber traditionell die meistgespielte Variante bei Persona-Titeln ist. Wer Yosuke, Kanji oder Rise seit Jahren mit ganz bestimmten Stimmen verbindet, wird sich also umgewöhnen müssen. Umgekehrt erhält Atlus die Chance, alle Dialoge einheitlich und mit heutigen Produktionsstandards neu aufzunehmen - inklusive der Szenen, die in der Ursprungsfassung noch gar nicht vertont waren. Wie gut dieser Neustart gelingt, dürfte sich erst zeigen, wenn erste längere Szenen in englischer Sprache öffentlich zu hören sind.
Für viele westliche Fans sind die englischen Stimmen von Persona 4 untrennbar mit den Figuren verbunden - ein kompletter Neustart verändert also den Charakter des Remakes deutlich. Wer das Original oder Golden gespielt hat, muss sich auf ein anderes Hörerlebnis einstellen, obwohl Atlus inhaltlich betont nah am Klassiker bleibt.
COMMUNITY-UMFRAGE
Komplett neue englische Stimmen für Persona 4 Revival - richtige Entscheidung?
Anonym abstimmen und sehen, was die Community denkt.
HYPE-METER
Noch keine Stimmen - gib die erste ab
QUELLEN (1)
MEHR ZU DIESEN THEMEN
WEITERLESEN
Kommentare
Kommentare werden geladen …



