Persona
«Es ist deine Pflicht» - Persona 1 und 2 sollen zurückkehren
Serienproduzent Kazuhisa Wada nennt Remakes kulturelle Bewahrung - und bringt die beiden ältesten Teile inzwischen selbst ins Gespräch, ohne gefragt zu werden

- Serienproduzent Kazuhisa Wada bezeichnet Remakes und Remaster gegenüber Rock Paper Shotgun als «kulturelle Bewahrung»
- Persona 1 und Persona 2 seien etwas, das Atlus «wahrscheinlich irgendwann» ebenfalls angehen werde - eine offizielle Ankündigung gibt es nicht
- Beide Titel sind die einzigen Hauptteile der Reihe, die auf modernen Systemen nicht regulär erhältlich sind
- Persona 3 Reload und Persona 4 Revival wurden laut Wada ursprünglich zeitgleich konzipiert
Atlus arbeitet sich rückwärts durch die eigene Geschichte: Auf Persona 3 Reload folgt im kommenden Februar Persona 4 Revival - und danach könnten die beiden ältesten Teile der Reihe an die Reihe kommen. Serienproduzent Kazuhisa Wada hat gegenüber Rock Paper Shotgun erneut durchblicken lassen, dass Neuauflagen von Persona 1 und Persona 2 «wahrscheinlich irgendwann» entstehen werden. Bemerkenswert ist dabei weniger die Aussage selbst als der Zusammenhang, in dem sie fiel: Wada wurde nicht danach gefragt, sondern brachte die Titel im Gespräch über Wiederveröffentlichungen von sich aus zur Sprache.
Februar
Persona 4 Revival erscheint im kommenden Februar
2 Teile
Persona 2 besteht aus Innocent Sin und Eternal Punishment
2028
ab dann will Sony keine Discs mehr für neue PlayStation-Spiele produzieren
Remakes als Archivarbeit
Wadas Begründung ist ungewöhnlich grundsätzlich. Er beschreibt Neuauflagen nicht als Geschäftsmodell, sondern als Verantwortung gegenüber dem eigenen Werk - und zieht damit eine Linie von Persona 3 Reload über Persona 4 Revival bis zu den Ursprüngen der Serie.
Für mich ist ein Remaster oder Remake eine Art kulturelle Bewahrung. Als Kreativer ist es deine Pflicht, die Dinge, die du gemacht hast, davor zu bewahren, verloren zu gehen, und dafür zu sorgen, dass sie auch heute noch verfügbar sind. Aus derselben Perspektive sind Persona 1 und 2 etwas, das wir wahrscheinlich irgendwann ebenfalls machen werden.
Der Punkt hat Gewicht, weil Persona 1 und Persona 2 die einzigen Hauptteile der Reihe sind, die auf modernen Systemen nicht ohne Weiteres zu kaufen sind. Wer sie heute spielen will, braucht alte Hardware oder Glück auf dem Gebrauchtmarkt. Dass diese Debatte gerade jetzt geführt wird, ist kein Zufall: Sony hat angekündigt, ab 2028 keine Discs mehr für neue PlayStation-Spiele zu produzieren - ein Signal, das die Frage nach langfristiger Verfügbarkeit für viele Spielerinnen und Spieler dringlicher macht.
Warum Persona 3 den Anfang machte
Laut Wada waren die Neuauflagen von Persona 3 und Persona 4 von Beginn an als Paket gedacht. «Als wir ursprünglich die Idee zu Persona 3 Reload entwickelt haben, wussten wir, dass wir auch P4R machen wollen; wir mussten es zurückstellen, aber wir hatten es zur selben Zeit im Kopf», sagt er. Dass der Einstieg über Persona 3 lief, ergibt auch inhaltlich Sinn: Erst dieser Teil etablierte die Elemente, die heute den Kern der Serie ausmachen - Sozialleben, Beziehungen, der Doppeltakt aus Alltag und Dungeon.
Bei den älteren Titeln liegen die Hürden höher. Sie unterscheiden sich in Struktur und Ton deutlich von den modernen Ablegern, und Persona 2 existiert in zwei Hälften: Innocent Sin und Eternal Punishment. Aus einem Remake-Projekt würde damit faktisch eine ganze zusätzliche Trilogie. Hinzu kommt ein erzählerisches Problem: Innocent Sin arbeitet mit einem Antagonisten, der auf einer Gerüchtemechanik rund um eine Hitler-Wiedergeburt basiert - ein Stoff, der sich heute kaum unverändert umsetzen liesse.
Was bislang bestätigt ist - und was nicht
- Bestätigt: Persona 4 Revival erscheint im kommenden Februar, Persona 6 ist ebenfalls angekündigt
- Nicht bestätigt: Es gibt keine offizielle Ankündigung zu Remakes von Persona 1 oder Persona 2
- Unbestätigtes Gerücht: Ein bekannter Sega-Leaker behauptete vor einigen Jahren, Neuauflagen von Persona 1 und 2 seien in Arbeit - damals zusammen mit einem Persona-4-Remake, das inzwischen offiziell ist
- Umfang und Machart möglicher Neuauflagen sind vollkommen offen - von Remaster bis Vollremake ist alles denkbar
Es ist nicht das erste Mal, dass Wada das Thema anschneidet. In einem früheren Interview sagte er: «Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen, aber persönlich finde ich, wir sollten das auf jeden Fall tun. Ich denke, wir müssen es tun.» Wie empfänglich die Fangemeinde für jedes noch so kleine Signal ist, zeigte sich Anfang des Jahres, als Atlus neuen Merchandise zu den ältesten Serienteilen ankündigte - und die missverständliche Formulierung deutlich mehr Erwartungen weckte, als ein paar Shirts einlösen konnten.
Einordnung
Konkret ist an all dem bislang nichts. Wada spricht in Absichten, nicht in Terminen, und mit Persona 4 Revival sowie Persona 6 dürfte Atlus auf Jahre hinaus ausgelastet sein. Bemerkenswert bleibt trotzdem, wie beharrlich der Produzent das Thema selbst setzt: Wer Remakes öffentlich zur Pflicht erklärt, baut Erwartungen auf, an denen er später gemessen wird. Für die Serie wäre der Schritt der logische Abschluss eines Aufräumprojekts - am Ende stünde die vollständige Hauptreihe auf aktueller Hardware. Bis dahin bleiben Persona 1 und 2 das, was sie seit Jahren sind: die schwer zugängliche Vorgeschichte einer Reihe, die längst zum Massenphänomen geworden ist.
Persona 1 und Persona 2 sind für viele Fans praktisch unspielbar, weil sie auf aktuellen Konsolen und am PC nicht regulär verkauft werden. Wenn Atlus diese Lücke schliesst, wäre erstmals die komplette Hauptreihe auf modernen Systemen verfügbar - ein Präzedenzfall in einer Zeit, in der physische Datenträger schrittweise verschwinden.
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- Persona 1 and 2 remakes will "probably" happen for the sake of "cultural preservation," says Persona 4 Revival producer: "It's your duty to take the things you've done and make sure they're not lost" - GamesRadar
- Persona 1 and 2 remakes are "something we'll probably eventually do," series producer says - Eurogamer
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