Onimusha
Onimusha nach 20 Jahren Pause - 1 Million an einem Tag
Capcom meldet den Launchtag-Erfolg und kündigt gleich an, weitere schlafende Marken zu reaktivieren

- Onimusha: Way of the Sword hat sich am ersten Verkaufstag plattformübergreifend über eine Million Mal verkauft.
- Die Gesamtserie steht damit bei 10 Millionen verkauften Exemplaren - der neue Teil ist bereits nahe am erfolgreichsten Ableger.
- Capcom erklärt in der Pressemitteilung, gezielt IPs zu reaktivieren, die lange keinen neuen Teil hatten.
- Als Nächstes folgt 2027 Mega Man mit Dual Override; zuvor erscheint am 9. Oktober die Dark-Arisen-Erweiterung für Dragon's Dogma 2.
Zwanzig Jahre lang war Onimusha ein Name, den man vor allem in Retrospektiven las. Seit «Onimusha: Dawn of Dreams» im Jahr 2006 für die PlayStation 2 erschien, lag die Dämonen-Samurai-Reihe von Capcom brach. Nun hat der japanische Publisher bekannt gegeben, dass sich «Onimusha: Way of the Sword» bereits am ersten Verkaufstag plattformübergreifend über eine Million Mal verkauft hat. Die Gesamtserie klettert damit auf 10 Millionen abgesetzte Exemplare.
1 Mio.
verkaufte Exemplare am ersten Verkaufstag, plattformübergreifend
10 Mio.
verkaufte Exemplare der gesamten Onimusha-Reihe
20 Jahre
Pause seit dem letzten Hauptteil «Dawn of Dreams» (2006)
Ein Comeback, das die Serienhistorie fast überholt
Die Zahl wirkt zunächst nüchtern - eine Million ist 2026 für einen grossen Publisher kein Weltrekord. Interessant wird sie im Verhältnis zur eigenen Vergangenheit: Laut VGC liegt «Way of the Sword» damit bereits nahe am erfolgreichsten Eintrag der ganzen Reihe. Anders formuliert: Ein Spiel, das nach zwei Jahrzehnten Funkstille erscheint und dessen Zielgruppe theoretisch längst weitergezogen sein müsste, spielt binnen 24 Stunden in derselben Liga wie die PS2-Klassiker, die die Marke gross gemacht haben.
Auch die Begleitwerte passen ins Bild. Auf Steam erreichte der Titel am Wochenende einen Spitzenwert von 85'081 gleichzeitigen Spielenden, die Nutzerbewertungen stehen laut SteamDB auf «sehr positiv». Die Fachpresse reagierte ebenfalls freundlich - ein Rezeptionsbild, das Capcom in diesem Jahr auffällig oft produziert hat.
Capcoms Lauf durch 2026
Onimusha ist nämlich nicht der Ausreisser, sondern der vierte Punkt einer Serie. Das Jahr begann mit «Resident Evil Requiem», dem Zugpferd des Publishers, das nach eigenen Angaben über 8 Millionen Exemplare abgesetzt hat. Danach folgte die neue Science-Fiction-Actionmarke «Pragmata», die mit 2,5 Millionen verkauften Einheiten so gut lief, dass Capcom offenbar auf eine Fortsetzung als Franchise zusteuert. Dazu kam «Monster Hunter Stories 3», das bei Kritik und Publikum gleichermassen ankam. Alle vier Titel erreichten laut Polygon Metacritic-Wertungen von 85 oder höher.
- Resident Evil Requiem - über 8 Millionen verkaufte Exemplare
- Pragmata - 2,5 Millionen verkaufte Exemplare, neue IP mit Franchise-Perspektive
- Monster Hunter Stories 3 - positive Aufnahme bei Kritik und Spielerschaft
- Onimusha: Way of the Sword - 1 Million am Launchtag, Serie bei 10 Millionen
Ein weiteres Detail dieses Jahrgangs: Capcom liefert die Switch-2-Fassungen seiner Spiele konsequent zum Erstverkaufstag mit. Und der Kalender ist noch nicht abgearbeitet - am 9. Oktober erscheint die Erweiterung «Dark Arisen» für «Dragon's Dogma 2», zusammen mit einer Switch-2-Version des Rollenspiels.
Der Satz am Ende der Pressemitteilung
Die eigentliche Nachricht für alle, die seit Jahren auf bestimmte Rückkehrer warten, steckt nicht in den Verkaufszahlen, sondern in einem Absatz weiter unten in der Mitteilung. Capcom formuliert dort seine Absicht ungewöhnlich direkt.
Neben der regelmässigen Veröffentlichung grosser neuer Titel jedes Jahr konzentriert sich Capcom darauf, IPs zu reaktivieren, die in letzter Zeit keinen neuen Titel hatten. Das Unternehmen arbeitet daran, den Unternehmenswert weiter zu maximieren, indem es seine reiche Content-Bibliothek nutzt, einschliesslich dieses Titels.
Als seine grossen Säulen betrachtet Capcom Monster Hunter, Resident Evil und Street Fighter. Auf die zweite Ebene - jene Marken, die das Unternehmen auf das Niveau dieser drei heben will - zählt der Publisher unter anderem Mega Man, Devil May Cry, Dead Rising, Onimusha, Okami und Ace Attorney. Onimusha hat den Praxistest damit gerade bestanden.
Als Nächstes: Mega Man - und dann?
Der nächste konkrete Schritt dieser Strategie ist bereits datiert: 2027 kehrt Mega Man mit «Dual Override» zurück. Danach beginnt das Feld der Spekulation, das in den Kommentarspalten seit Jahren beackert wird. Genannt werden regelmässig Dino Crisis und Breath of Fire, auf die Teile der Fangemeinde noch länger warten als auf ein neues Onimusha. Dazu kommen Namen wie Darkstalkers und Viewtiful Joe, und in den persönlichen Wunschlisten einzelner Redaktionen tauchen God Hand, Bionic Commando, Rival Schools oder Final Fight auf. Bestätigt ist von diesen Titeln nichts - Capcom hat lediglich das Prinzip benannt, nicht die Liste.
Ein voller Kalender, zwei Millionenseller in zwei Tagen
Bemerkenswert ist auch, wie eng der Markt in diesen Tagen getaktet ist, ohne sich selbst zu kannibalisieren. «The Blood of Dawnwalker» von Rebel Wolves erschien im Abstand von rund einem Tag zu Onimusha - und das polnische Studio meldete ebenfalls über eine Million verkaufte Exemplare plattformübergreifend. Beide Titel haben die Marke also geknackt, obwohl sie um dieselben Wochenendstunden konkurrieren. Der Unterschied liegt im Tempo: Capcom brauchte dafür nach eigenen Angaben nur den ersten Verkaufstag.
Einordnung
Onimusha ist mehr als ein Nostalgieprojekt, das aufgegangen ist - es ist ein Beweisstück. Publisher argumentieren gern, dass alte Marken kein Publikum mehr finden und Investitionen in Revivals kaum zu rechtfertigen seien. Eine Million Exemplare am ersten Tag nach 20 Jahren Pause widerlegt diese Rechnung zumindest für diesen Fall. Dass Capcom die Reaktivierung schlafender IPs ausdrücklich zur Unternehmensstrategie erklärt und mit Mega Man gleich den nächsten Kandidaten im Kalender hat, macht aus dem Einzelfall ein Muster. Wer auf Dino Crisis oder Breath of Fire hofft, hat damit noch keine Ankündigung - aber ein deutlich besseres Argument als vorher.
Onimusha war 20 Jahre lang ein Beispiel dafür, wie Publisher beliebte Marken einfach liegen lassen. Der Erfolg des Neustarts liefert Capcom nun das wirtschaftliche Argument, weitere Serien aus dem Archiv zu holen - von Mega Man bis zu den ewigen Wunschkandidaten Dino Crisis und Breath of Fire. Für die Spielerschaft heisst das: Der Rückkanal aus Nachfrage und Verkaufszahlen funktioniert tatsächlich.
COMMUNITY-UMFRAGE
Welche schlafende Capcom-Marke soll nach Onimusha und Mega Man als Nächstes zurückkommen?
Anonym abstimmen und sehen, was die Community denkt.
HYPE-METER
Noch keine Stimmen - gib die erste ab
QUELLEN (2)
MEHR ZU DIESEN THEMEN
WEITERLESEN
Kommentare
Kommentare werden geladen …



