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Id-Software-Veteran wirft Xbox nach Entlassungen mangelndes Verständnis vor

Lead-Programmierer Chris Hays sagt, nach den Kürzungen sei es unmöglich, ein Spiel wie Doom in bisheriger Grössenordnung zu produzieren

Republic of Pixels Redaktion08. August 2026 · 01:19 Uhr2 Min. Lesezeit
Id-Software-Veteran wirft Xbox nach Entlassungen mangelndes Verständnis vor
Bild: Kotaku

KURZFASSUNG

  • Chris Hays, Lead Services Programmer bei id Software, kritisiert im Well-Played-Podcast die Xbox-Führung offen
  • Er sagt, nach den Juli-Entlassungen sei das Studio nur noch halb so gross, ganze Abteilungen seien weggefallen
  • Xbox hatte im Juli 1600 Stellen gestrichen, weitere 1600 sollen bis Jahresende folgen – rund 20 Prozent des gesamten Xbox-Personals
  • Hays äussert zudem Kritik am Game-Pass-Modell und daran, wie Bethesda-Verkaufszahlen bewertet werden

Chris Hays, seit über 15 Jahren Lead Services Programmer bei id Software und Mitarbeiter an Titeln wie Doom Eternal und Doom: The Dark Ages, hat sich im Well-Played-Podcast ungewohnt offen zur Lage seines Studios nach den jüngsten Xbox-Entlassungen geäussert. Seine Kernaussage: Es sei mit der aktuellen Personaldecke faktisch unmöglich, ein Spiel im Umfang früherer id-Produktionen zu entwickeln.

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Halbiertes Studio, ganze Disziplinen weggefallen

Im Juli hatte die neue Xbox-Chefin Asha Sharma den Abbau von 1600 Stellen angekündigt, bis Ende Jahr sollen weitere 1600 folgen – zusammen rund 20 Prozent der gesamten Xbox-Belegschaft. Sharma bezeichnete die Massnahme intern als die 'bedeutendste Restrukturierung in der Geschichte von Xbox'. Im Zuge der Kürzungen trennte sich Xbox zudem von Studios wie Double Fine und Compulsion Games.

Es ist schwierig, ein AAA-Spiel zu machen, so wie wir es früher gemacht haben, mit der halben Belegschaft. Und mit schwierig meine ich unmöglich. Es ist schwierig, ein Spiel zu machen, wenn ganze Abteilungen, die man braucht, ausgehöhlt wurden. Ganze Disziplinen, die es nicht mehr gibt.
Chris Hays, id Software

Hays widerspricht damit der offiziellen Darstellung, wonach id Software weiterhin in der Lage sei, Spiele wie Doom (2016) zu produzieren. Laut ihm bekomme die Studioleitung von Xbox vorgegebene Sprachregelungen, wie öffentlich über die Situation gesprochen werden dürfe. Auf den Einwand des Podcast-Hosts, die Behauptung, das Studio sei 'nahezu' so gross wie zu Zeiten von Doom 2016, wirke unglaubwürdig, entgegnete Hays, genau das Wort 'nahezu' verrate, dass es eben weniger sei.

Kritik am Game-Pass-Modell

Da id Software über Bethesda zu Xbox gehört, erscheinen sämtliche Studiotitel am Erscheinungstag im Game-Pass-Abo. Laut Hays bewerte Xbox intern dennoch die Verkaufszahlen von Bethesda-Spielen kritisch – obwohl ein grosser Teil der Spielerschaft die Titel gar nicht einzeln kaufen muss.

Ich weiss, dass [id] ernsthafte Probleme damit hat, wie Game Pass gehandhabt wird. Immer wenn wir die Finanzberichte sehen, die von schlechten Verkäufen unter Bethesda sprechen – was ist überhaupt ein Verkauf? Wenn man Game Pass hat, heisst schlechte Verkäufe dann eine schlechte Anzahl verkaufter Spiele?
Chris Hays, id Software

Abschliessend wirft Hays Xbox vor, weder das kreative Zusammenspiel innerhalb des Studios noch die kulturelle Komponente von Spieleentwicklung wirklich zu verstehen. Wer die Hälfte eines Teams streiche, ohne die Zusammenarbeit der einzelnen Gruppen zu berücksichtigen, verkenne, was den bisherigen Erfolg von id Software ausgemacht habe.

Einordnung

Xbox hat sich gegenüber Kotaku bislang nicht zu den Aussagen geäussert. Die Einschätzungen von Hays sind persönliche Erfahrungsberichte eines einzelnen, wenn auch langjährigen Mitarbeiters und lassen sich derzeit nicht unabhängig verifizieren. Sie fügen sich jedoch in eine breitere Reihe kritischer Stimmen aus verschiedenen von Xbox betroffenen Studios seit den Entlassungen im Sommer.

WARUM DAS WICHTIG IST

Die Aussagen eines langjährigen id-Software-Entwicklers liefern seltene Einblicke, wie sich die grossen Xbox-Entlassungen konkret auf die Produktionsfähigkeit eines etablierten Studios auswirken. Für Fans grosser Xbox-exklusiver Titel wie Doom stellt sich damit die Frage, ob künftige Projekte in gewohntem Umfang überhaupt noch realisierbar sind.

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