How to Fish
Eine Million Verkäufe in zwei Tagen - für unter 5 Dollar geangelt
Wie ein physikbasiertes Koop-Angelspiel von einem unbekannten Studio an Mortal Shell 2 und der Modern-Warfare-4-Beta vorbeizieht

- How to Fish erschien am 20. August und verkaufte sich laut Entwickler Dazed Games in nur zwei Tagen eine Million Mal
- Der Peak liegt laut SteamDB bei 268'101 gleichzeitigen Spielenden - trotz Konkurrenz durch Mortal Shell 2 und die Modern-Warfare-4-Beta
- Startpreis: 4,95 US-Dollar beziehungsweise 3,96 Pfund dank 38 Prozent Rabatt, danach 7,99 US-Dollar
- Rund 12'000 Steam-Reviews ergeben die Wertung «Sehr positiv», zwei Patches sind bereits erschienen
Wer in den letzten Tagen die Steam-Startseite geöffnet hat, kam an diesem Spiel kaum vorbei: How to Fish, das Debütprojekt des Studios Dazed Games, erschien am 20. August - und verkaufte sich nach Angaben der Entwickler in nur zwei Tagen eine Million Mal. Drei Tage nach dem Launch bestätigte das Team den Meilenstein in einem knappen Steam-Post. Aktuell führt der Koop-Titel die Topseller-Liste der Plattform an.
1 Mio.
verkaufte Exemplare in nur zwei Tagen
268'101
gleichzeitige Spielende im Peak laut SteamDB
4,95 $
Startpreis dank 38 Prozent Launch-Rabatt
Ein Debüt gegen die grossen Namen
Bemerkenswert ist vor allem das Umfeld, in dem der Erfolg zustande kam. How to Fish startete praktisch zeitgleich mit mehreren stark erwarteten Veröffentlichungen: Mortal Shell 2, die Beta zu Modern Warfare 4 und die geschlossene Beta von Wardogs kämpften um dieselbe Aufmerksamkeit. Trotzdem gehört das Angelspiel seit dem Launch zu den meistgespielten Titeln auf Steam. Der Peak von 268'101 gleichzeitigen Spielenden laut SteamDB ist zudem kein Startwert, der danach abflachte - er wuchs seit dem Erscheinungstag mehrfach an.
Die Ankündigung selbst fiel dabei so nüchtern aus, wie man es zuletzt schon von Meccha Chameleon kannte: ein kurzer Post, ein paar Sätze, fertig.
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Angeln mit Dynamit statt mit Geduld
Inhaltlich ist How to Fish ein physikbasiertes Angelspiel für bis zu vier Personen. Die Rahmenhandlung ist simpel: Fische fangen, verkaufen, das Boot aufrüsten - und so den Weg nach Hause finden. Nur bleibt es eben nicht bei Rute und Schnur. Wer die Beute an Bord holt, greift auf ein erstaunlich breites Arsenal zurück.
- Schusswaffen, Maschinenpistolen, Schlagringe und Dynamit als Alternative zum klassischen Angeln
- Ein Killscore-Multiplikator, der den Wert eines Fangs steigert, je spektakulärer die Ausführung gelingt
- Trickshots als eigene Belohnungsmechanik - ein Begriff, den die Call-of-Duty-Community mit No-Scopes gross gemacht hat
- Glücksspiel mit dem verdienten Ingame-Geld
- Inseln mit zunehmend schwierigeren Fängen und Bosse, die durchaus Widerstand leisten
Die Grundschleife bleibt dabei überschaubar: Leine auswerfen, Kreatur einholen, erledigen, verkaufen, von vorn. Die Anleihen bei Shootern und anderen Genres sorgen aber dafür, dass sich das Spiel nicht ausschliesslich in der Nische der entspannten Koop-Titel bewegt.
Der Preis als Brandbeschleuniger
Ein wesentlicher Faktor für das Tempo, mit dem die Millionenmarke fiel, dürfte der Einstiegspreis sein. Zum Start kostete How to Fish 4,95 US-Dollar beziehungsweise 3,96 Pfund - ein Launch-Rabatt von 38 Prozent, der bis zum 27. August lief. Ab dem 28. August steigt der reguläre Preis auf 7,99 US-Dollar. Für eine Vierergruppe bleibt das eine Investition im Bereich einer einzelnen Kinokarte, was die Hemmschwelle für spontane Sammelkäufe im Freundeskreis massiv senkt.
Die Resonanz fällt bislang positiv aus: Rund 12'000 Reviews ergeben auf Steam die Wertung «Sehr positiv». Dazed Games hat nach dem Launch bereits zwei Patches nachgeschoben, die Fehler beheben und die Balance anpassen.
Einordnung: Der Boom der Freundesrunden-Spiele
How to Fish steht exemplarisch für einen Trend, der die Steam-Charts seit einiger Zeit prägt: günstige, schnell zugängliche Koop-Spiele mit schrägen Themen, die sich selbst nicht ernst nehmen. Titel wie Yapyap haben es aus derselben Ecke in die Topseller geschafft, Meccha Chameleon lieferte kürzlich ein ähnliches Erfolgsmuster inklusive lakonischer Erfolgsmeldung. Entscheidend ist weniger der Produktionsaufwand als die Frage, ob eine Gruppe zusammen lachen kann. Für Dazed Games bedeutet der Start allerdings auch Druck: Ein Debüt mit einer Million Verkäufen in 48 Stunden schafft Erwartungen an Inhalte und Support, die nun eingelöst werden müssen.
Günstige Koop-Spiele für Freundesrunden dominieren derzeit die Steam-Charts und zeigen, dass ein Erstlingswerk ohne Marketingbudget gegen grosse Herbst-Releases bestehen kann. Für Spielende heisst das: Der Einstiegspreis für einen gemeinsamen Abend liegt oft im einstelligen Bereich - allerdings nur, solange der Rabatt läuft.
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