Heroes of Might and Magic
Heroes of Might and Magic 3 kehrt zurück - Grafik neu, Regeln unangetastet
Ubisoft baut den Strategie-Klassiker von 1999 in der Snowdrop-Engine nach und lässt sogar 25 Jahre alte Community-Karten weiterlaufen

- Ubisoft baut Heroes of Might and Magic 3 komplett neu - für PC, PlayStation 5 und Xbox Series S/X, angepeilt ist 2027
- Die Grafik wechselt in der Snowdrop-Engine von 2D auf 3D, das Spielsystem bleibt laut Vorschauen nahezu unverändert
- Alle alten Karten aus dem Original und aus der Community sollen von Tag eins an laufen, Karten- und Kampagnen-Editor liegen zum Release bei
- Die beiden Erweiterungen Armageddon's Blade und The Shadow of Death sind im Paket enthalten
Ubisoft baut einen der grössten Strategieklassiker der Spielgeschichte neu: Heroes of Might and Magic 3 erscheint als vollständiges Remake für PC, PlayStation 5 und Xbox Series S/X. Angekündigt wurde das Projekt während der Opening Night Live der Gamescom, erste Anspielrunden durfte die internationale Presse bereits absolvieren. Die Optik ist komplett neu - das Spiel darunter soll es ausdrücklich nicht sein.
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1999
erschien das Original, das bis heute als Referenz der Serie gilt
2027
peilt Ubisoft laut IGN als Releasejahr an
2
Erweiterungen sind im Remake-Paket enthalten
Von 2D auf 3D - und trotzdem vertraut
Technisch setzt Ubisoft auf die hauseigene Snowdrop-Engine, die sonst Titel wie die Avatar- und Star-Wars-Ableger des Konzerns antreibt. Aus der gepixelten 2D-Welt des Originals wird eine dreidimensionale Landschaft mit deutlich mehr Details, wechselnden Jahreszeiten, Wettereffekten und durchgehend neuen Animationen. Dazu kommt laut Ubisoft eine Reihe von Komfortverbesserungen, die den Umgang mit dem knapp drei Jahrzehnte alten Design erleichtern sollen.
Besonders sichtbar wird das an der Benutzeroberfläche. Sie wurde neu gezeichnet, wirft den charakteristischen MS-DOS-Look der Vorlage aber nicht weg, sondern nutzt ihn als Fundament. Am deutlichsten fällt der Unterschied im Stadtbildschirm auf: Wer bislang das Fenster des Gebäudes suchen musste, das er ausbauen wollte, erkennt die Struktur nun laut IGN auf einen Blick - ein Gewinn vor allem für alle, die den Aufbau nicht seit Jahrzehnten auswendig kennen.
Am Spiel selbst ändert sich fast nichts
Wer nie mit der Serie in Berührung kam: In Heroes of Might and Magic führt man eine Fraktion über eine Übersichtskarte, sammelt Rohstoffe ein, rekrutiert Truppen und baut seine Städte aus. Trifft man auf gegnerische Armeen, wechselt das Spiel auf ein seitlich dargestelltes Schlachtfeld aus Sechsecken, auf dem die Einheiten rundenweise ziehen - schachartig, langsam, gnadenlos. Genau dieses Gerüst bleibt im Remake unangetastet.
Die Version von 2026 ist ein echtes Remake von Grund auf, was die Optik angeht - während das Gameplay relativ unberührt bleibt.
RPG Site kommt in seiner Vorschau zum praktisch gleichen Schluss und beschreibt das Remake spielmechanisch als «fast eins zu eins» identisch mit dem Original. Auch Rock Paper Shotgun bescheinigt Ubisoft eine werktreue Umsetzung. Eine Remaster-Fassung hatte der Publisher bereits vor rund einem Jahrzehnt veröffentlicht - diesmal geht es also nicht um hochskalierte Grafiken, sondern um einen kompletten Neubau der Präsentation.
25 Jahre Community-Karten sollen weiterlaufen
Der vielleicht wichtigste Punkt für die bestehende Fangemeinde: Das Remake unterstützt laut IGN von Beginn an sämtliche alten Karten - sowohl jene aus dem Original als auch die unzähligen Kreationen der Community. Das Spiel liest Topografie und Aufbau der klassischen Dateien aus und setzt sie in der neuen 3D-Darstellung wieder zusammen. Karten- und Kampagnen-Editor liegen zum Release bei, dazu entsteht ein Hub für nutzergenerierte Inhalte direkt im Spiel.
Ubisoft gibt an, dabei zentrale Mitglieder der Community in die Entwicklung eingebunden zu haben. Das ergibt Sinn, denn Heroes 3 war nie wirklich weg: Seit einem Vierteljahrhundert wird der Titel gespielt, modifiziert und mit neuen Szenarien versorgt. Wer das Original nachholen will, kann das übrigens seit Kurzem auch offiziell - die Complete Edition ist erstmals auf Steam erhältlich. Im Remake enthalten sind ausserdem beide Erweiterungen, Armageddon's Blade und The Shadow of Death.
Zwei Karten in der Anspielfassung
Die Demo bot zwei Szenarien. Die Tutorial-Karte The Queen's Departure führt in Bewegung und Kampf ein und erzählt von einer Königin, die ihr Reich nach dem Tod des Vaters verlässt, sich unterwegs gegen Banditen wehrt - und dann von einem Dämonenangriff überrascht wird. Die zweite Karte, Arrogance, stammt unverändert aus dem Original und geniesst unter Fans einen exzellenten Ruf: Mehrere Fraktionen streiten um Städte und Werften, das Layout bestraft überhastete Vorstösse, und unter der Oberfläche warten zusätzliche Ebenen voller Rohstoffe.
Dass die Karte ihren Namen zu Recht trägt, bekam der IGN-Tester prompt zu spüren. Im ersten Anlauf räumte er die Monster vor einer nahen Stadt zu spät weg, während ein rivalisierendes Königreich bereits Schiffe baute und seine Küste überrannte. Der zweite Versuch setzte auf Tempo mit einer Magier-Fraktion - bis eine Greifen-Streitmacht die eigenen Einheiten aufrieb und nur noch der Rückzug in eine Untotenhöhle blieb.
Zwei Heroes-Spiele parallel - Zufall ist das nicht
Das Remake trifft auf ein ungewöhnlich belebtes Umfeld. Mit Heroes of Might and Magic: Olden Era befindet sich derzeit ein retro-angehauchtes Prequel von Unfrozen im Early Access, herausgegeben von Hooded Horse. Laut RPG Site startete die Arbeit am Remake zeitgleich mit jener an Olden Era. Eurogamer hält das für ein wenig selbstkannibalisierend - man kann es aber auch als bewusste Doppelstrategie lesen: ein neues Spiel für die Serie, eine sichere Bank für alle, die ohnehin nur Heroes 3 wollen.
Denn dass der Bedarf da ist, hat Ubisoft selbst oft genug erfahren. Die Fortsetzungen der Reihe fielen unterschiedlich erfolgreich aus, während andere Studios die Lücke füllten - die King's-Bounty-Spiele, zuletzt Songs of Conquest, und selbst das Witcher-Spin-off Thronebreaker trug die Handschrift des Klassikers von 1999.
Einordnung
Ubisoft wählt hier den konservativsten aller Remake-Wege: neue Hülle, altes Herz. Das nimmt dem Projekt die Fallhöhe bei den Bestandsfans, verschiebt die Erwartung aber auf Details wie Editor, Kartenkompatibilität und Bedienung - und genau daran wird sich das Spiel messen lassen müssen. Spannender ist ohnehin die zweite Zielgruppe: Zum ersten Mal kommt Heroes 3 in dieser Form auf Konsolen, wo eine ganze Generation den Titel schlicht nie zu Gesicht bekommen hat. Wie das wirken kann, zeigt die Überschrift der GamesRadar-Vorschau, die den Klassiker gerade erst entdeckt hat: «Ihr wollt mir sagen, ich hätte das mein ganzes Leben lang spielen können?»
Heroes of Might and Magic 3 gilt seit 1999 als Referenzwerk des rundenbasierten Fantasy-Strategiespiels und wird bis heute gespielt. Ubisoft riskiert mit einem Remake also viel - und entscheidet sich bewusst dagegen, am Regelwerk zu schrauben. Für Konsolenspieler:innen ist es zudem die erste realistische Chance, den Klassiker überhaupt kennenzulernen.
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