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GTA 6

Take-Two will Discord-Daten - diesmal unter Verschluss

Der Publisher hat einen weiteren Nutzer identifiziert und beantragt eine versiegelte Vorladung, damit die mutmasslichen Leaker nichts von den Ermittlungen mitbekommen

Republic of Pixels Redaktion01. September 2026 · 04:04 Uhr2 Min. Lesezeit
GTA 6: Take-Two will Discord-Daten - diesmal unter Verschluss
Bild: Eurogamer.de
Kurzfassung
  • Take-Two hat vor Gericht eine versiegelte Vorladung gegen Discord beantragt, damit die mutmasslichen Leaker nicht gewarnt werden.
  • Laut dem Antrag wurde ein weiterer Discord-Nutzer identifiziert, zu einem bereits bekannten Nutzer gibt es zusätzliche Daten.
  • Der Antrag gegen YouTube wurde zurückgezogen - die dort gesuchten Daten braucht Take-Two nach eigenen Angaben nicht mehr.
  • Das Gericht hat noch nicht entschieden, eine neue Vorladung ist bislang nicht ergangen.

Take-Two Interactive treibt die Suche nach den Verantwortlichen für die jüngsten GTA-6-Leaks weiter voran - und will dabei nicht mehr offen agieren. In einem neuen Gerichtsantrag, über den TorrentFreak berichtet, fordert der Publisher zusätzliche Daten von Discord. Anders als bisher sollen die Details des Antrags jedoch unter Verschluss bleiben, damit die mutmasslichen Täter nicht erfahren, wie weit die Ermittlungen bereits gediehen sind.

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Plattformen, gegen die Take-Two Vorladungen beantragte: Discord, Microsoft, X und YouTube

1

zusätzlich identifizierter Discord-Nutzer laut dem neuen Antrag

25. Aug.

Tag, an dem Discord erklärte, noch keine Vorladung erhalten zu haben

Was bisher geschah

Ausgangspunkt war eine Gruppe, die sich «Cyberleek» nennt und in diesem Monat authentisch wirkende Gameplay-Clips zu Grand Theft Auto 6 veröffentlichte - nur wenige Tage vor dem grossen Extended Look auf Netflix. Das Material verbreitete sich innerhalb kürzester Zeit über die sozialen Netzwerke und sammelte hohe Aufrufzahlen, während Take-Two parallel versuchte, die Verbreitung mit Löschanträgen einzudämmen.

Juristisch reagierte der Publisher schnell: Kurz nach den ersten Leaks beantragte Take-Two DMCA-Vorladungen gegen Discord und Microsoft, wenig später folgten entsprechende Anträge für X und YouTube. Ziel sind Bestandsdaten, die zu den Personen hinter den Accounts führen. Der erste Discord-Antrag war dabei ausgesprochen breit gefasst und nannte konkrete Server und Nutzer - er bleibt öffentlich einsehbar.

Der neue Antrag: gezielter und geheim

Der aktuelle Vorstoss ist anders gelagert. Laut den Gerichtsunterlagen hat Take-Two einen weiteren Discord-Nutzer identifiziert und zusätzliche identifizierende Informationen zu einem bereits bekannten Nutzer erhalten. Auch zu den Community-Servern aus der ersten Vorladung will das Unternehmen nun gezieltere Auskünfte. Der Anhang mit diesen Angaben enthalte, so der Publisher, hochsensible und vertrauliche Informationen über eine laufende Untersuchung wegen Urheberrechtsverletzungen.

Eine öffentliche Bekanntgabe dieser Informationen könnte die laufenden Ermittlungen gefährden. Es könnte die mutmasslichen Täter über Art und Fortschritt unserer Untersuchung informieren. Das birgt das enorme Risiko, dass die Täter Beweise für ihre illegalen Aktivitäten löschen, zerstören oder anderweitig verbergen. Sie könnten zudem weitere Massnahmen ergreifen, um nicht identifiziert zu werden.
Take-Two Interactive, Gerichtsantrag

In einer Fussnote hält Take-Two zudem fest, dass die Ermittlungen «rasant weiter» laufen und der neue Antrag andere Informationen betreffe als der erste. Entschieden ist bislang nichts: Das Gericht hat über die versiegelte Vorladung noch nicht befunden, eine neue Vorladung wurde noch nicht ausgestellt.

YouTube fällt aus der Ermittlung heraus

Parallel dazu hat der Publisher seinen Antrag gegen YouTube zurückgezogen. Begründung: Ein dort veröffentlichtes Video stehe nicht länger im Fokus, die angeforderten Daten würden schlicht nicht mehr gebraucht. Take-Two beschreibt die Lage als «extrem dynamisch» - man erhalte fortlaufend neue Informationen und passe die Anträge entsprechend an.

  • Discord: neuer, gezielter Antrag - soll versiegelt bleiben
  • Microsoft und X: Vorladungen beantragt
  • YouTube: Antrag zurückgezogen, Daten nicht mehr nötig
  • Discord erklärte am 25. August, bis dahin keine Vorladung erhalten zu haben

Einordnung

Auffällig ist das Tempo. Die Leaks liegen erst wenige Wochen zurück, und Take-Two verengt den Kreis bereits von breit gestreuten Serveranfragen auf einzelne Accounts. Dass ein Antrag zurückgezogen und ein anderer verschärft wird, spricht dafür, dass die Rechtsabteilung nicht mehr im Trüben fischt, sondern konkreten Spuren folgt. Ob daraus tatsächlich Namen werden, hängt nun am Gericht und daran, welche Daten Discord überhaupt vorliegen.

Für die Community ist der Fall vor allem ein Lehrstück darüber, wie schnell ein privater Chatserver zum Gegenstand eines Verfahrens werden kann. Take-Two hat schon in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass es bei Leaks rund um seine grösste Marke keinen Spielraum sieht - der aktuelle Vorstoss unterstreicht das.

Warum das wichtig ist

Die geleakten Clips zu GTA 6 kursierten binnen Stunden in fast jedem Feed - geteilt wurden sie von ganz normalen Spielerinnen und Spielern. Take-Twos Vorgehen zeigt, wie schnell ein Publisher heute an Plattformdaten kommt und wie eng die Grenze zwischen Community-Chat und Beweismittel geworden ist. Wer regelmässig auf Discord-Servern unterwegs ist, sollte wissen, welche Daten dort im Ernstfall angefragt werden können.

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