NEWSPlayStationXbox

GTA 6

«Keine Summe ist das wert» - Miami Beach sagt trotzdem Ja zu GTA 6

Mit 4:3 Stimmen erlaubt die Stadtkommission Verhandlungen mit Rockstar - der Markenname darf am Strand aber nicht auftauchen

Republic of Pixels Redaktion11. September 2026 · 13:03 Uhr3 Min. Lesezeit
«Keine Summe ist das wert» - Miami Beach sagt trotzdem Ja zu GTA 6
Bild: Eurogamer
Kurzfassung
  • Die Stadtkommission von Miami Beach hat mit 4:3 Stimmen Verhandlungen über eine GTA-6-Werbekampagne freigegeben.
  • Im Raum stehen 3 Millionen Dollar von Rockstar, die Stadt will nachverhandeln - Kommissarin Bhatt nannte einen Nutzen von rund 4 Millionen.
  • Geworben wird nur «diskret» auf Liegestühlen und Sonnenschirmen, mit «VI» oder «Vice City» statt «Grand Theft Auto».
  • Laufzeit: 15. Oktober bis Jahresende, nicht auf städtischem Eigentum und nicht während der Art Basel.

Die Stadtkommission von Miami Beach hat am 10. September mit 4:3 Stimmen den Weg für eine Werbekampagne zu Grand Theft Auto 6 freigemacht. Beschlossen wurde dabei nicht der Deal selbst, sondern die Erlaubnis, dass der Stadtmanager mit Rockstar Games überhaupt verhandeln darf - und dabei so viel Geld wie möglich herausholen soll. Die Bedingung: Die Marke darf nur «diskret» auftauchen.

EXTERNER INHALT VON YOUTUBE

Beim Laden werden Daten an YouTube übermittelt, und YouTube kann Cookies setzen.

4:3

Stimmen für die Freigabe der Verhandlungen

3 Mio. $

Summe, die Rockstar derzeit zahlen soll - die Stadt will mehr

15. Okt.

geplanter Start der Kampagne, Laufzeit bis Jahresende

Werbung ohne den Namen «Grand Theft Auto»

Details zum Verhandlungsstand machte Kommissarin Laura Dominguez während der Sitzung öffentlich. Rockstar soll aktuell drei Millionen Dollar zahlen, die Stadt will einen höheren Betrag durchsetzen. Kommissarin Tanya Katzoff Bhatt sprach später von Leistungen, die für die Stadt «näher an vier Millionen Dollar» lägen. Sichtbar wird die Kampagne vor allem dort, wo Touristinnen und Touristen ohnehin liegen: auf den Liegestühlen und Sonnenschirmen des Strandbetreibers Boucher Brothers.

  • Statt des Schriftzugs «Grand Theft Auto» sind nur das römische «VI» oder «Vice City» erlaubt
  • Keine Werbung auf städtischem Eigentum, an bekannten Landmarken oder an den Türmen der Rettungsschwimmer
  • Geplante Laufzeit vom 15. Oktober bis zum Jahresende
  • Keine Präsenz bei der Kunstmesse Art Basel Anfang Dezember

Laptop-Vorführung gegen Sportplatz-Sanierung

Dass die Abstimmung überhaupt knapp wurde, lag an der Gewaltdarstellung der Serie. Kommissar David Suarez führte Material aus GTA 5 und aus dem kürzlich veröffentlichten erweiterten Gameplay-Blick auf GTA 6 vor und hielt dazu einen Laptop in die Höhe. Während der Verfolgungsjagd mit der Polizei kommentierte er die Szene und zog daraus einen klaren Schluss.

Ich will unsere Marke ganz sicher nicht mit diesem Videospiel in Verbindung gebracht sehen, ich glaube nicht, dass es irgendeine Summe wert ist.
David Suarez, Kommissar von Miami Beach

Die Gegenseite argumentierte mit dem Haushalt. Bhatt verwies darauf, dass die Stadt das Thema nicht verhindern könne, und rechnete vor, wofür das Geld reichen würde: für die Sanierung des Footballfelds am Flamingo Park, für die es bislang keine Finanzierung gibt. «Das kommt mit oder ohne uns nach Miami Beach, und zu behaupten, dass es das nicht tut, ist eine verpasste Chance», sagte sie. Kommissarin Monica Matteo-Salinas stellte sich am deutlichsten hinter den Antrag - und outete sich dabei selbst als Spielerin: «Das ist ein Sieg für Gamer und Gaming-Nerds wie mich.» Sie ergänzte: «Ich verstehe und respektiere die Bedenken, okay, aber ich bin eine gesetzestreue Bürgerin, ich waterboarde nicht, ich besitze nicht einmal eine Waffe, hatte ich nie, aber ich spiele dieses Spiel gern.»

Offene Fragen zum Verfahren - und ein Schild auf dem Kaseya Center

Bürgermeister Steven Meiner kritisierte den Ablauf: Üblicherweise würden Verträge und Ausschreibungen der Kommission vor der Unterzeichnung noch einmal zur Prüfung vorgelegt - bei Rockstars Plan offenbar nicht. In der Sitzung kamen zudem Fragen auf, ob ein Lobbyist daran beteiligt war, den Antrag beschleunigt durch die Kommission zu bringen. Parallel verhandelt der übergeordnete Bezirk Miami-Dade über einen eigenen, verwandten Werbedeal. Der freie Miami-Journalist Francisco Alvarado berichtete, dass Basketball Properties als Tochter der Miami Heat, Miami-Dade County und Rockstar kurz vor einem Abschluss stehen, um ein riesiges GTA-6-Schild auf das Dach des Kaseya Center zu setzen. Bestätigt ist dieser Teil bislang nicht.

Widerstand kommt auch von der Polizei: Rosie Cordero-Stutz, Sheriffin von Miami-Dade, hatte die Zusammenarbeit schon vorab scharf angegriffen. «Grand Theft Auto ist eine Videospielreihe, die um kriminelle Aktivitäten herum gebaut ist - wir müssen ernsthaft darüber nachdenken, welche Botschaft wir senden, wenn unsere eigene Regierung eine fiktive Identität bewirbt, die sich um viele derselben Verbrechen dreht», sagte sie.

Einordnung

Für Spielerinnen und Spieler ändert der Beschluss inhaltlich nichts - er zeigt aber, welche Dimension dieser Release erreicht hat. Eine Stadt, die als Vorbild für Vice City dient, streitet öffentlich darüber, ob sie an der eigenen Verfremdung mitverdienen darf, und findet als Kompromiss eine Werbung, die den Namen des Produkts verschweigt. Wie hoch die Summe am Ende ausfällt und was genau am Strand steht, entscheidet sich erst in den Verhandlungen.

Warum das wichtig ist

GTA 6 ist gross genug, um eine Stadtverwaltung öffentlich zu spalten - und Miami Beach ist als Vorbild von Vice City direkt betroffen. Der Fall zeigt, mit welchen Summen Rockstar arbeitet und wie stark die alte Debatte über Gewalt in Spielen weiterlebt, sobald echte Behörden ihren Namen neben die Marke setzen sollen.

COMMUNITY-UMFRAGE

Soll eine Stadt Millionen von Rockstar für GTA-6-Werbung annehmen?

Anonym abstimmen und sehen, was die Community denkt.

HYPE-METER

Noch keine Stimmen - gib die erste ab

QUELLEN (2)
TEILEN

Kommentare

Kommentare werden geladen …

Mehr zum Thema