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GTA 6

GTA 6 lässt euch als Paar spielen - oder getrennt Chaos stiften

Ein Interview im Magazin Dazed liefert die bisher konkretesten Gameplay-Details zu Jason und Lucia - inklusive Muskeln, Schlafmangel und Beziehungsfolgen

Republic of Pixels Redaktion26. August 2026 · 20:06 Uhr4 Min. Lesezeit
GTA 6 lässt euch als Paar spielen - oder getrennt Chaos stiften
Bild: PC Gamer
Kurzfassung
  • Essen, Training und Schlafmangel verändern das Aussehen von Jason und Lucia sichtbar - ein System in dieser Granularität gab es zuletzt in GTA: San Andreas (2004)
  • Der Charakterwechsel funktioniert anders als in GTA 5: Ihr könnt als Paar unterwegs sein oder euch trennen und unabhängig voneinander Chaos stiften
  • Eure Entscheidungen sollen die Beziehung der beiden tiefer beeinflussen als frühere Ehre-Systeme von Rockstar
  • Rockstar hat sich seit Red Dead Redemption 2 mehr als verdoppelt - ein LA-Büro kümmert sich allein um Passanten-NPCs

Lange gab es zu Grand Theft Auto 6 vor allem Trailerbilder, Spekulationen und Verschiebungen. Nun liegen erstmals handfeste Gameplay-Details vor: In einem Interview mit dem Magazin Dazed hat Rockstar Games verraten, wie Jason und Lucia funktionieren - körperlich, spielmechanisch und als Paar. Zwei Punkte stechen heraus: Die beiden Hauptfiguren verändern sich sichtbar, je nachdem wie ihr sie behandelt. Und der Wechsel zwischen ihnen läuft grundlegend anders ab als das Protagonisten-Karussell aus GTA 5.

2x

So stark ist Rockstar seit Red Dead Redemption 2 mindestens gewachsen

50+

reale Street-Artists gestalteten die Murals im Wynwood-Pendant

2004

Letztes GTA mit einem derart detaillierten Körpersystem: San Andreas

Der Körper wird zum Spielsystem

Laut Dazed beeinflusst Essen das Gewicht von Jason und Lucia, Training baut sichtbar Muskeln auf und definiert sie. Auch wer stundenlang ohne Schlafpause durchspielt, sieht das den Figuren an. Rockstar hat mit solchen Lebenssimulations-Systemen schon früher experimentiert - zuletzt in Red Dead Redemption 2, wo Arthur Morgan je nach Ernährung zu- oder abnahm. In der Grand Theft Auto-Reihe muss man dafür allerdings deutlich weiter zurückgehen: GTA: San Andreas aus dem Jahr 2004 war das letzte Serienteil, in dem CJ durch Fastfood in die Breite ging und im Fitnessstudio wieder in Form kam.

Für Spielerinnen und Spieler heisst das: GTA 6 verlangt womöglich mehr Pflege als jedes GTA davor. Ob daraus spürbare Vorteile im Nahkampf oder beim Sprinten entstehen, sagt die Quelle nicht - klar ist bislang nur die optische Rückmeldung.

Charakterwechsel: gemeinsam cruisen oder getrennte Wege

Der wohl grösste mechanische Unterschied zu GTA 5 betrifft den Wechsel zwischen den Hauptfiguren. Statt per Kamerafahrt zu drei völlig getrennt lebenden Protagonisten zu springen, sollen Jason und Lucia als Duo funktionieren - müssen es aber nicht.

Man kann sich entscheiden, als Paar zu spielen - oder loszuziehen und unabhängig voneinander Chaos zu stiften.
Dazed, über den Charakterwechsel in GTA 6

Konkret beschreibt die Vorschau eine Szene, in der ihr als Jason über den Highway fahrt und dann zu Lucia auf dem Beifahrersitz wechselt, um dort durch das spielinterne Handy zu scrollen. Das klingt nach einem dynamischen Paar-Modus für die offene Welt, der zur Anlage des Spiels als Liebesgeschichte passt. Ob einzelne Missionen strikt solo oder gemeinsam ablaufen, geht aus dem Interview nicht hervor - PC Gamer hält beides für möglich.

Eine Beziehung, die sich merkt, wie ihr euch verhaltet

Der zweite grosse Baustein ist das Verhältnis der beiden zueinander. Laut Dazed sollen Entscheidungen und Verhalten der Spielerschaft die Beziehung zwischen Jason und Lucia auf eine Weise beeinflussen, die tiefer greift als frühere Titel von Rockstar oder deren Ehre-Systeme. Gemeint ist damit vor allem der Ehre-Balken aus Red Dead Redemption 2, der Arthurs Ruf und einige Reaktionen der Welt steuerte, aber letztlich ein vergleichsweise simpler Regler war.

Kontext liefern die Biografien der beiden: Jason ist Ex-Soldat und Drogenkurier, Lucia eine Amateurkämpferin, die frisch aus dem Gefängnis kommt - Letzteres war bereits in den Trailern zu sehen. Wie genau sich Zuneigung, Streit oder Vertrauen mechanisch ausdrücken, hat Rockstar bislang nicht beschrieben.

Waffen offen tragen? Keine gute Idee

Ein weiteres Detail aus der Berichterstattung rund um das Interview betrifft den Umgang mit Waffen: Laut Kotaku reagiert die Spielwelt empfindlich darauf, wenn ihr offen bewaffnet herumlauft - ein Maschinengewehr am Strand spazieren zu tragen, dürfte also Konsequenzen haben. Das passt zum Bild eines GTA, das seine Welt stärker auf glaubwürdige Reaktionen trimmt, statt Chaos folgenlos zu belohnen.

Ein Büro in LA - nur für Passanten

Dass dieser Detailgrad seinen Preis hat, macht Rockstar im Interview ebenfalls deutlich. Das Studio hat sich seit Red Dead Redemption 2 nach eigenen Angaben mehr als verdoppelt. Ein eigenes Büro in Los Angeles kümmert sich ausschliesslich um die Passanten-NPCs, die die offene Welt füllen. Für die Murals im Spiel-Pendant zu Wynwood, dem Freiluft-Kunstviertel Miamis, holte Rockstar über 50 reale Street-Artists an Bord. Und die Fahrzeugphysik verantwortet ein Team aus echten Rennfahrern.

  • Eigenes Studio-Büro in Los Angeles nur für Passanten-NPCs
  • Über 50 echte Street-Artists gestalteten die Wynwood-Murals
  • Rennfahrerinnen und Rennfahrer arbeiteten an der Fahrzeugphysik
  • Begegnungen mit virtuellen Versionen des «Florida Man» - dem Meme-Archetyp zwischen Alligatoren-Wrestling und Autodiebstahl

Auch beim Soundtrack geht es um lokale Verankerung. Rupert Humphries, Senior Vice President für Narrative bei Rockstar, erklärte gegenüber Dazed, wie die Musikauswahl mit den Figuren zusammenhängt.

Wir lieben Musik aus Miami, besonders Miami Bass, bis hin zu neueren Miami-Künstlern wie Kodak Black und Sexyy Red. Uns hat auch interessiert, wie die Hip-Hop-Szene in Miami in Hauspartys in Overtown existiert, in Clubs wie dem Booby Trap on the River und dann an High-End-Orten in South Beach, wo Flaschen Tausende von Dollar kosten können. Wir brauchten Figuren, die uns durch diese Welten führen können.
Rupert Humphries, Senior Vice President Narrative bei Rockstar Games

Einordnung

Auffällig ist die Richtung, die sich hier abzeichnet: Gewicht, Muskeln, Schlaf, Beziehungswerte und Reaktionen der Welt auf euer Auftreten - das ist deutlich rollenspielhafter als GTA 5, das seine drei Protagonisten weitgehend als austauschbare Werkzeuge behandelte. Rockstar verbindet damit zwei Traditionen: die Systemtiefe von San Andreas und die simulierte Weltlogik aus Red Dead Redemption 2. Wie tief diese Systeme tatsächlich greifen, lässt sich aus einem Interview allerdings noch nicht beurteilen - aus «beeinflusst die Beziehung» kann sowohl ein verzweigtes Drama als auch ein dezenter Stimmungsmesser werden. Bis Rockstar echtes Gameplay zeigt, bleibt das die entscheidende offene Frage.

Warum das wichtig ist

Zum ersten Mal seit den Trailern gibt es belastbare Aussagen darüber, wie sich GTA 6 tatsächlich spielt - und die deuten auf ein deutlich rollenspielhafteres Grand Theft Auto hin. Wer sich gefragt hat, wie Rockstar zwei Protagonisten in einer Liebesgeschichte verbindet, bekommt hier die erste konkrete Antwort.

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