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Gamescom 2026

Witcher 3 gewinnt dreifach - ohne in einer Spielkategorie zu stehen

Bei den Gamescom Awards 2026 holen CD Projekt Red und Sega je drei Trophäen - und ein Speedrun-Event bekommt den Sonderpreis der Jury

Republic of Pixels Redaktion29. August 2026 · 09:03 Uhr3 Min. Lesezeit
Witcher 3 gewinnt dreifach - ohne in einer Spielkategorie zu stehen
Bild: ComputerBase
Kurzfassung
  • Die Gamescom Awards 2026 wurden zur Messehalbzeit in 19 Kategorien vergeben.
  • CD Projekt Red und Sega gewinnen je drei Preise, Capcom und Ubisoft je zwei.
  • Bestes PC-Spiel ist Total War: Warhammer 40.000, bestes PlayStation-Spiel Onimusha: Way of the Sword, bestes Xbox-Spiel Forza Horizon 6, bestes Switch-2-Spiel Rayman Legends Retold.
  • Der Sonderpreis «Heart of Gaming» geht an das Charity-Speedrun-Event Games Done Quick, das auf der Messe seine Europapremiere feiert.

Zur Halbzeit der Gamescom 2026 sind die Gamescom Awards vergeben. In 19 Kategorien wurden Spiele, Messeauftritte und Publisher ausgezeichnet - und zwei Namen tauchen dabei je dreimal auf: CD Projekt Red und Sega. Kurios ist vor allem der Erfolg der Polen: Ihre drei Trophäen gehen alle auf The Witcher 3: Wild Hunt zurück, obwohl weder das angekündigte Remaster noch die Erweiterung Songs of the Past in einer der klassischen Spielkategorien nominiert waren.

19

Kategorien wurden bei den Gamescom Awards 2026 vergeben

3

Auszeichnungen je für CD Projekt Red und Sega

50 Mio. $

hat Games Done Quick bislang für wohltätige Zwecke gesammelt

Der Hexer punktet ausserhalb der Spielkategorien

Die Rückkehr Geralts traf den Nerv der Besucherinnen und Besucher. Das Publikum wählte den Trailer zu The Witcher 3 Remastered und Songs of the Past zur besten Ankündigung beziehungsweise zum besten Trailer der Messe. Auch der Fanartikel-Preis ging an den DLC-Stand: Anstecker und Medaillon setzten sich in der Publikumswertung durch. Den dritten Preis vergab die Jury für den besten Messestand - ebenfalls an den Auftritt rund um Songs of the Past.

Dass ein 2015 erschienenes Rollenspiel gleich dreimal gewinnt, sagt weniger über das Spiel selbst als über die Struktur der Awards: Einen übergreifenden Preis für das beste Spiel der Messe gibt es beim Gamescom Award nicht. Wer Stand, Trailer und Merchandise ins Rennen schickt, kann also auch ohne nominierten Neustart abräumen. Den Publikumspreis für den besten Endkundenstand holte übrigens nicht CD Projekt Red, sondern Gryphline mit Arknights: Endfield.

Sega gewinnt das Line-up-Duell

Sega verteilt seine drei Preise breiter. Total War: Warhammer 40.000 setzte sich als bestes PC-Spiel unter anderem gegen Alien: Isolation 2, Crimson Desert und Metro 2039 durch - ein Duell im eigenen Haus inklusive, denn beide Creative-Assembly-Titel standen zur Wahl. Alien: Isolation 2 wurde für das beste Audiodesign ausgezeichnet, was bei einem Horrorspiel, das von Geräuschen lebt, schwer wiegt. Zusätzlich kürte die Jury Sega zum Publisher mit dem stärksten Gesamtaufgebot der Messe.

Je zwei Auszeichnungen gingen an Capcom und Ubisoft. Onimusha: Way of the Sword gewann sowohl für das beste Gameplay als auch als bestes PlayStation-Spiel - eine seltene Doppelung, die zeigt, dass die Rückkehr der Serie am Controller funktioniert. Ubisoft stellt mit Rayman Legends Retold das beste Spiel für die Nintendo Switch 2 und überzeugte die Jury mit dem besten Stand im Geschäftsbereich.

Plattformen und Arts-Kategorien

  • Bestes Xbox-Spiel: Forza Horizon 6 (Playground Games / Xbox)
  • Bestes PC-Spiel: Total War: Warhammer 40.000 (Creative Assembly / Sega)
  • Bestes PlayStation-Spiel: Onimusha: Way of the Sword (Capcom)
  • Bestes Nintendo-Switch-2-Spiel: Rayman Legends Retold (Ubisoft)
  • Bestes Mobile-Spiel: Where Winds Meet (Everstone Studio / NetEase Games)
  • Beste Grafik: Metro 2039 (4A Games / Deep Silver)
  • Unterhaltsamstes Spiel: Wanderburg (Randwerk / Sidekick Publishing)
  • Epischstes Spiel: Tides of Annihilation (Eclipse Glow Games)
  • Herzerwärmendstes Spiel: Finding Polka (lidlocks / Parco Games)
  • Spiel mit gesellschaftlicher Wirkung: SOKO 1977: Anti-Terror Task Force (Paintbucket Games / bpb)

Bemerkenswert ist die Streuung in den Gestaltungskategorien: Neben den grossen Publishern stehen dort kleine Teams wie Randwerk, lidlocks oder das Berliner Studio Paintbucket Games, das SOKO 1977: Anti-Terror Task Force gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung entwickelt und den Impact-Preis gewonnen hat.

«Heart of Gaming» für Games Done Quick

Den Sonderpreis der Jury erhielt in diesem Jahr Games Done Quick. Das Charity-Speedrun-Event, das nach eigenen Angaben bereits über 50 Millionen Dollar für wohltätige Zwecke gesammelt hat, feiert vom 28. bis 30. August auf der Gamescom seine Europapremiere. Sämtliche Einnahmen der Erstausgabe fliessen an die Initiative Gaming for Democracy, die demokratische Werte und soziales Engagement über die Spielekultur fördern will.

Einordnung

Die Preisliste liefert kein Gesamturteil zur Messe, sondern eine Momentaufnahme: Was auf dem Messeboden Eindruck macht, ist nicht zwingend das, was später am besten spielbar ist. Trotzdem lässt sich ablesen, wohin der Herbst und das kommende Jahr steuern - mit Forza Horizon 6 auf Xbox, Onimusha auf PlayStation, Total War: Warhammer 40.000 auf dem PC und einer Switch 2, die mit Rayman Legends Retold vor allem auf Vertrautes setzt. Und dass ein elf Jahre altes Rollenspiel die Publikumspreise einsammelt, dürfte CD Projekt Red vor dem Start von Remaster und Songs of the Past kaum stören.

Warum das wichtig ist

Die Gamescom Awards sind der erste breite Stimmungstest für die Spiele, die in den kommenden Monaten erscheinen - und sie mischen Jury- und Publikumsurteile. Wer wissen will, welche Messetitel Eindruck hinterlassen haben und welche Plattform welchen Vorzeigetitel bekommt, findet hier die kompakte Bilanz.

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