Xbox Game Pass
Abo gekündigt - bei Nintendo nennt jeder Zweite den Preis
Neue Zahlen des Marktforschers Circana zeigen, warum US-Spielerinnen und -Spieler Game Pass, PS Plus und Switch Online verlassen - und was die Daten ausdrücklich nicht belegen

- Laut Circana nennen in den USA über 40 Prozent der Kündigenden die Kosten als Hauptgrund - mehr als noch im ersten Quartal.
- Bei Nintendo Switch Online sind es 50 Prozent, bei Xbox Game Pass Essential und PS Plus Essential je 40 Prozent (Q1: 37 Prozent).
- Analyst Mat Piscatella betont: Die Daten sagen nichts über die absolute Zahl der Kündigungen aus.
- Hintergrund sind Preiserhöhungen bei PS Plus, im Game Pass und bei allen drei Konsolen.
Wer 2026 ein Gaming-Abo kündigt, tut das in den USA immer häufiger aus einem einzigen Grund: Es ist zu teuer geworden. Das legen neue Erhebungen des Marktforschungsunternehmens Circana nahe, die dessen Senior Director und Videospiel-Analyst Mat Piscatella auf BlueSky geteilt hat. Demnach nennen inzwischen mehr als 40 Prozent der Menschen, die Xbox Game Pass Essential, PlayStation Plus Essential oder Nintendo Switch Online abbestellen, die Kosten als primären Treiber - ein klar höherer Anteil als noch im ersten Quartal.
40 %+
der US-Kündigungen nennen laut Circana die Kosten als Hauptgrund
50 %
bei Nintendo Switch Online - im Jahresverlauf zuvor waren es 40 Prozent
37 → 40 %
Anstieg bei Xbox Game Pass Essential und PS Plus Essential seit Q1
Was die Umfrage genau gemessen hat
Grundlage ist Circanas "Future of Insights for Video Games Consumer Survey", eine laufende Konsumentenbefragung im US-Markt. Wer dort eine Kündigung angibt, wählt aus vorgegebenen Begründungen - und eine davon lautet in der Übersetzung: Der Preis liess sich im eigenen Budget nicht rechtfertigen, obwohl der Dienst gefallen hat. Genau diese Option gewinnt an Gewicht.
- Nintendo Switch Online: 50 Prozent der Kündigenden wählten diese Begründung in den vergangenen Monaten - früher im Jahr waren es 40 Prozent.
- Xbox Game Pass Essential: 40 Prozent, gegenüber 37 Prozent im ersten Quartal.
- PlayStation Plus Essential: ebenfalls 40 Prozent, ebenfalls von 37 Prozent kommend.
Laut Circanas "Future of Insights for Video Games Consumer Survey" werden die Kosten zu einem stärkeren Treiber für US-Kündigungen bei Xbox Game Pass Essential, PS Plus Essential und Nintendo Switch Online. Über 40 Prozent derer, die in den USA kündigen, nennen die Kosten als primären Grund - mehr als noch in Q1.
Keine Kündigungswelle - das sagen die Zahlen ausdrücklich nicht
So deutlich die Verschiebung ist, so wichtig ist die Einschränkung, die Piscatella selbst nachschiebt. Die Daten beschreiben ausschliesslich die Motive jener Personen, die gekündigt haben - nicht, wie viele Menschen das insgesamt tun.
Das hat keinen Zusammenhang mit der Zahl der Menschen, die kündigen.
Die Verschiebung liegt also in der Begründung: Wer aussteigt, zeigt seltener auf ein schwaches Spieleangebot und häufiger auf den Kontostand. Für die Anbieter ist das in einem Punkt sogar eine gute Nachricht - viele dieser Abonnentinnen und Abonnenten mochten den Dienst ja. Nur bezahlen wollten oder konnten sie ihn nicht mehr.
Ein Jahr, in dem fast alles teurer wurde
Überraschend ist der Befund nicht, denn das Umfeld hat sich 2026 spürbar verteuert. PlayStation Plus wurde bereits früher im Jahr im Preis angehoben. Beim Xbox Game Pass hatte Microsoft die Abo-Kosten zunächst nahezu verdoppelt, diesen Schritt dann aber teilweise zurückgenommen und Call of Duty aus dem Dienst herausgelöst. Und auch die Hardware blieb nicht verschont: Alle drei grossen Konsolen bekamen im Jahresverlauf Preisaufschläge, offiziell begründet mit vage formulierten "Marktbedingungen". Zwischen den Zeilen geht es dabei um KI-Rechenzentren, die Speicherbausteine in grossem Stil aufsaugen und damit die Kosten für alle anderen Hardware-Hersteller nach oben treiben.
Damit trifft die Preisspirale die Spielerschaft mehrfach: Konsole, Einzelspiele und Abo werden gleichzeitig teurer. Das Abo ist in diesem Bündel jedoch der Posten, der sich am leichtesten kündigen lässt - ein Klick, und die monatliche Belastung ist weg. Genau das macht Abo-Dienste in einem angespannten Budget zum ersten Sparziel.
Was das für Abonnentinnen und Abonnenten bedeutet
Auffällig ist, dass es die Einstiegsstufen trifft: Game Pass Essential, PS Plus Essential und Switch Online sind jeweils die günstigsten Tarife im Portfolio. Wenn schon hier der Preis zur Schmerzgrenze wird, bleibt Kundschaft mit knappem Budget kein Ausweichmanöver nach unten - nur der Ausstieg. Für Sony, Microsoft und Nintendo ist das ein Signal, das über den US-Markt hinausreicht: Steigende Abo-Preise lassen sich nicht beliebig oft mit einem grösseren Spielekatalog rechtfertigen, wenn gleichzeitig Hardware und Vollpreistitel anziehen. Ob sich der Trend in konkret sinkenden Abo-Zahlen niederschlägt, geben die vorliegenden Daten allerdings nicht her - und das ist die entscheidende Kennziffer, die die drei Konzerne bislang für sich behalten.
Abos sind für viele der günstigste Weg in aktuelle Spiele und Online-Multiplayer - doch genau dieser Vorteil erodiert, wenn die Preise schneller steigen als das Gaming-Budget. Die Circana-Daten zeigen erstmals, dass Kündigungen inzwischen häufiger am Geld als am Angebot scheitern. Das erhöht den Druck auf Microsoft, Sony und Nintendo, künftige Erhöhungen besser zu begründen.
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