Final Fantasy VII Revelation
«Keine Kompromisse» - FF7 Revelation liegt nur halb auf der Disc
Director Naoki Hamaguchi erklärt, warum das Finale der Remake-Trilogie trotz Datenträger einen Download verlangt - und warum Fans die Begründung nicht abkaufen

- Final Fantasy VII Revelation erscheint physisch auf nur einer Disc, ein Teil des Spiels muss heruntergeladen werden
- Vorgänger Remake und Rebirth lagen jeweils zwei Discs bei - eine zum Installieren, eine zum Spielen
- Director Naoki Hamaguchi begründet den Schritt damit, dass mehr Discs Abstriche bei Detailgrad und Qualität bedeutet hätten
- Auf X wurde sein Beitrag von der Community mit einem Hinweis versehen: Mehrere Discs sind auf PS5 technisch möglich
Final Fantasy VII Revelation erscheint als Datenträger - aber die Disc allein genügt nicht. Teile des Spiels müssen nach dem Einlegen heruntergeladen werden. Director Naoki Hamaguchi hat die Entscheidung nun in einem Interview mit IGN verteidigt: Mehrere Discs hätten laut ihm bedeutet, bei Detailgrad und Qualität des Spiels Abstriche zu machen - und genau das wollte das Team nicht.
EXTERNER INHALT VON X
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8. April
Erscheinungstermin von Final Fantasy VII Revelation
~150 GB
Installationsgrösse des Vorgängers Rebirth
100 GB
Maximale Kapazität einer einzelnen PS5-Disc
Vom Zwei-Disc-Set zum Freischaltcode
Die beiden Vorgänger machten es anders: Sowohl Final Fantasy VII Remake als auch Rebirth lagen zwei Discs bei - eine reine Datendisc für die Installation, eine zweite, die zum Spielen im Laufwerk bleiben musste. Fällt die zweite Disc weg, bleibt faktisch ein Kopierschutz-Schlüssel übrig. Auf PS5 und Xbox Series X/S entspricht das dem, was Revelation auf Switch 2 ohnehin ist: eine Game Key Card. Wer das Spiel Jahre später von der Festplatte löscht, ist auf die Server von Sony oder Microsoft angewiesen, um es zurückzubekommen.
Hintergrund ist eine kleine Achterbahnfahrt für Sammlerinnen und Sammler. Im Juli hatte Hamaguchi noch erklärt, man diskutiere intern über das Produktlineup, arbeite aber daran, «irgendeine Art von physischer Edition» zu ermöglichen. Viele lasen das als Zusage für eine vollständige Disc-Fassung - entsprechend gross war die Irritation, als die Vorbestellungen starteten und die Download-Pflicht im Kleingedruckten auftauchte.
Was Hamaguchi sagt
Zunächst gab es Gespräche darüber, dieselbe Disc-Grösse zu verwenden wie etwa bei FFVII Rebirth. Aber wenn wir das getan hätten, hätten wir Kompromisse beim Detailgrad und bei der Qualität des Spiels machen müssen. Als Entwicklungsteam wollten wir das nicht.
Realistisch sei deshalb nur der jetzige Weg geblieben: eine physische Disc, bei der bestimmte Teile des Spiels als digitaler Download nachgeliefert werden. Hamaguchi räumt ein, dass nicht alle damit glücklich sein dürften, zeigt sich aber zufrieden - gerade weil sich der Markt insgesamt in Richtung Disc-los bewege, sei er froh, überhaupt eine physische Fassung anbieten zu können.
Ich verstehe vollkommen, dass nicht alle Spielerinnen und Spieler mit dieser Entscheidung glücklich sind, aber gleichzeitig freue ich mich, dass wir das Spiel überhaupt in einem physischen Format veröffentlichen können.
Warum die Rechnung für viele nicht aufgeht
Genau an dieser Begründung entzündet sich die Kritik, denn Hamaguchi lässt offen, welche Kompromisse konkret gemeint sind. Rebirth kam auf eine Installationsgrösse von knapp 150 GB, eine PS5-Disc fasst bis zu 100 GB. Revelation müsste also deutlich umfangreicher ausfallen, um überhaupt drei Discs nötig zu machen - und selbst dann wäre das eher eine Frage der Produktionskosten als der technischen Machbarkeit. Denkbar ist auch, dass Optimierungen schlicht nicht rechtzeitig für die erste Pressung fertig werden.
Hamaguchis Beitrag zum Thema auf X wurde von der Community inzwischen mit einem Hinweis versehen. Darin heisst es sinngemäss, PS5-Spiele seien nicht auf eine Disc beschränkt: Mehrfach-Disc-Veröffentlichungen würden unterstützt und seien bei grossen Titeln bereits eingesetzt worden. Die Behauptung, mehrere Discs zu vermeiden erfordere Qualitätseinbussen, sei daher keine technische Notwendigkeit.
Schlechter Zeitpunkt für eine halbe Disc
Die Debatte trifft auf eine ohnehin gereizte Stimmung. Sony hat angekündigt, die Auslieferung neuer PlayStation-Discs 2028 zu beenden - Revelation erscheint am 8. April und wäre damit einer der letzten grossen Titel, die überhaupt noch im Regal stehen. Parallel diskutiert die Szene über Sonys Umgang mit digitalem Besitz. Für Käuferinnen und Käufer bleiben von den beiden klassischen Vorteilen einer physischen Fassung nur anderthalb: Weitergeben, verleihen und verkaufen funktioniert weiterhin, das dauerhafte Archiv auf der Scheibe dagegen nicht.
Einordnung: Square Enix wird den Kurs aller Voraussicht nach nicht mehr ändern, dafür stecken Produktion und Vorbestellungen zu tief im Prozess. Bleibt die unbefriedigende Gemengelage, dass das Finale einer Trilogie, deren erste beiden Teile komplett auf Discs auslieferbar waren, ausgerechnet zum Schluss den Anschluss ans Netz voraussetzt. Wer das Trio irgendwann geschlossen im Regal stehen haben will, sollte wissen, dass der dritte Rücken nur noch zur Hälfte hält, was er verspricht.
Wer physisch kauft, will ein Spiel besitzen, verleihen, weiterverkaufen - und es auch dann noch starten können, wenn Server abgeschaltet sind. Eine Disc, die nur zum Download berechtigt, erfüllt nur den ersten Teil dieses Versprechens. Und das ausgerechnet, während Sony die Produktion neuer PlayStation-Discs auf 2028 befristet hat.
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