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Speicherchips für 2027 bereits ausverkauft

KI-Nachfrage treibt Engpass

Samsung, SK Hynix und Micron haben ihre DRAM- und HBM-Kapazitäten für das kommende Jahr laut einem Branchenbericht komplett vergeben

Republic of Pixels Redaktion06. August 2026 · 12:02 Uhr2 Min. Lesezeit
Speicherchips für 2027 bereits ausverkauft: KI-Nachfrage treibt Engpass
Bild: Eurogamer.de

KURZFASSUNG

  • Laut DigiTimes haben Samsung, SK Hynix und Micron ihre DRAM- und HBM-Produktionskapazitäten für 2027 bereits vollständig verkauft
  • Grund ist die stark gestiegene Nachfrage durch den KI-Boom, die das Angebot deutlich übersteigt
  • Auch NAND-Flash-Speicher könnte knapp werden – entsprechende Kontingente für 2027 sollen bis Ende August 2026 ausgebucht sein
  • Samsung, SK Hynix und Micron sehen sich zudem mit einer Sammelklage wegen angeblicher Preisabsprachen konfrontiert

Wer auf sinkende Preise für Arbeitsspeicher hofft, dürfte laut einem aktuellen Branchenbericht enttäuscht werden. Das taiwanische Fachmagazin DigiTimes berichtet unter Berufung auf Insider aus der Halbleiterindustrie, dass die drei grössten Speicherhersteller der Welt – Samsung, SK Hynix und Micron – ihre gesamten Produktionskapazitäten für DRAM- und HBM-Speicher für das Jahr 2027 bereits vollständig verkauft haben. Weiterer Nachschub soll demnach schlicht nicht verfügbar sein.

KI-Nachfrage übersteigt das Angebot bei Weitem

Als Ursache für den Engpass nennt der Bericht den anhaltenden Boom rund um künstliche Intelligenz. Rechenzentren und KI-Modelle benötigen enorme Mengen an Speicherbausteinen, insbesondere High-Bandwidth-Memory (HBM), das für das Training und den Betrieb grosser KI-Systeme zentral ist. Die Nachfrage übersteigt das verfügbare Angebot laut den zitierten Insidern bereits jetzt deutlich. Unternehmen versuchen sich entsprechend über langfristige Lieferverträge abzusichern, um für die kommenden Jahre überhaupt noch Zugriff auf Speicherchips zu erhalten. Wer zu spät kommt, könnte für 2027 komplett leer ausgehen.

Laut DigiTimes sollen manche KI-Unternehmen inzwischen regelrecht um zusätzliche Kontingente ersuchen. Namen werden im Bericht nicht genannt. Zugang zu weiterem Nachschub erhalten diese Firmen demnach nur, wenn sie deutlich höhere Preise akzeptieren – ein Umstand, der die ohnehin schon gestiegenen Speicherpreise weiter nach oben treiben dürfte.

Auch PC-, Laptop- und Smartphone-Markt betroffen

Die Engpässe bleiben nicht auf den KI-Sektor beschränkt. Dem Bericht zufolge wird das DRAM-Angebot, das für PCs, Laptops und Smartphones zur Verfügung steht, im Vergleich zum Jahr 2026 erheblich schrumpfen. Da Hersteller ihre Fertigungskapazitäten bevorzugt in die margenstärkeren HBM- und KI-Speicherprodukte lenken, bleibt für klassische Consumer-Hardware weniger übrig. Für Gaming-PCs, Notebooks und andere Endgeräte dürfte das mittelfristig steigende Preise bedeuten, da Hersteller die höheren Beschaffungskosten für Speicherchips an Kundinnen und Kunden weitergeben müssten.

NAND-Flash könnte als Nächstes knapp werden

Neben DRAM und HBM rückt laut DigiTimes auch NAND-Flash-Speicher, wie er in SSDs und anderen Datenträgern verwendet wird, in den Fokus der Verknappung. Aktuell gibt es hier für 2027 zwar noch freie Kapazitäten, Branchenexperten rechnen jedoch damit, dass auch diese Kontingente bis Ende August 2026 vollständig ausgebucht sein werden. Die Situation bei NAND-Flash wird im Bericht als weniger dramatisch als bei DRAM und HBM eingeschätzt, dennoch zeichnet sich ein ähnliches Muster ab: Wer sich nicht frühzeitig langfristige Verträge sichert, riskiert Lieferschwierigkeiten.

Sammelklage wegen möglicher Preisabsprachen

Zusätzlich zur angespannten Marktlage sehen sich Samsung, SK Hynix und Micron mit einer Sammelklage konfrontiert. Den Unternehmen wird darin vorgeworfen, im Zuge der aktuellen Speicherkrise illegale Preisabsprachen getroffen zu haben. Details zum Ausgang des Verfahrens liegen bislang nicht vor.

Für die Gaming-Branche ist die Entwicklung relevant, weil Speicherchips ein zentraler Bestandteil praktisch jeder Hardware sind – von Grafikkarten über Gaming-Notebooks bis hin zu Konsolen. Sollte sich der beschriebene Engpass tatsächlich wie geschildert bis 2027 fortsetzen, dürften Preissenkungen bei entsprechender Hardware vorerst ausbleiben. Da sich der Bericht auf Insiderangaben eines einzelnen Fachmagazins stützt, bleibt abzuwarten, wie sich die Situation konkret entwickelt und ob einzelne Hersteller gegensteuern können.

WARUM DAS WICHTIG IST

Wenn Arbeitsspeicher und NAND-Flash knapp und teurer werden, wirkt sich das direkt auf die Preise von Gaming-PCs, Laptops und Peripherie aus. Auch Konsolenhersteller sind auf eine stabile Speicherversorgung angewiesen, weshalb sich der Engpass langfristig auf die gesamte Gaming-Branche auswirken könnte.

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