Devolver Digital
Devolver Digital plant Rückzug von der Börse
Der Indie-Publisher will nach einer Aktionärsversammlung im September wieder ein privates Unternehmen werden

KURZFASSUNG
- Devolver Digital will sich vom Londoner AIM-Markt zurückziehen und wieder privat werden
- Aktionärsversammlung am 8. September, Delisting bei Zustimmung ab 16. September wirksam
- Aktienkurs seit Börsengang 2021 um 96,27 Prozent gefallen, Marktwert nur noch 34,64 Millionen Pfund
- Going Private soll dem Unternehmen jährlich rund 1,6 Millionen US-Dollar einsparen
Devolver Digital, bekannt für Titel wie die Serious Sam-Reihe und zahlreiche weitere Indie-Produktionen, plant den Rückzug von der Londoner Börse. Wie das Unternehmen in einer Mitteilung an Investorinnen und Investoren bekanntgab, soll ein Delisting vom AIM-Markt erfolgen. Über den Schritt entscheiden die Aktionärinnen und Aktionäre an der Generalversammlung am 8. September. Stimmen sie zu, würde Devolver ab dem 16. September nicht mehr öffentlich gehandelt.
Deutlicher Kursverlust seit dem Börsengang
Devolver ging im November 2021 an die Börse, damals mit einer Bewertung von 694,6 Millionen Pfund, umgerechnet rund 950 Millionen US-Dollar. Seither hat sich die Lage deutlich verändert: Der Aktienkurs ist um 96,27 Prozent eingebrochen, der Marktwert des Unternehmens liegt aktuell nur noch bei 34,64 Millionen Pfund, umgerechnet etwa 46,63 Millionen US-Dollar. Die Unternehmensführung verweist auf die anhaltend schwierigen Marktbedingungen in der Videospielbranche seit dem Börsengang, die es erschwert hätten, Wachstum entsprechend den Erwartungen des Kapitalmarkts zu liefern.
Einsparungen und mehr Fokus auf das Geschäft
Nach Einschätzung der Unternehmensleitung spiegelt der aktuelle Aktienkurs den tatsächlichen Marktwert des Indie-Labels nicht mehr angemessen wider. Der Rückzug von der Börse würde dem Unternehmen laut eigenen Angaben zudem jährliche Einsparungen von rund 1,6 Millionen US-Dollar ermöglichen, etwa durch den Wegfall von Kosten, die mit dem Status als börsennotiertes Unternehmen verbunden sind.
“Privat zu sein, ermöglicht es dem Devolver-Digital-Team, insbesondere den Bereichen Finanzen, Recht und Geschäftsführung, sich ausschliesslich auf die langfristige Gesundheit des Unternehmens zu konzentrieren und weniger auf die Erfüllung der Anforderungen des öffentlichen Marktes, die nichts damit zu tun haben, ein erfolgreicher Spieleverlag zu sein.”
Das Unternehmen betont, dass der Vorstand die Massnahme im besten Interesse von Devolver, der Belegschaft, der Partnerinnen und Partner sowie der Aktionärinnen und Aktionäre insgesamt sehe.
Sollte die Generalversammlung dem Antrag zustimmen, würde Devolver Digital gut vier Jahre nach dem Börsengang wieder in privates Eigentum übergehen. Für die Branche insgesamt ist der Fall ein weiteres Beispiel dafür, wie volatil sich der Kapitalmarkt für Spielehersteller seit 2021 entwickelt hat und wie Unternehmen darauf mit strukturellen Anpassungen reagieren.
WARUM DAS WICHTIG IST
Devolver Digital gehört zu den bekanntesten Indie-Publishern und war seit 2021 eines der wenigen börsennotierten Unternehmen dieser Grösse in der Branche. Der geplante Rückzug zeigt, wie stark schwankende Marktbedingungen auch etablierte Labels unter Druck setzen können.
QUELLEN (1)
- Devolver Digital intends to go private — GamesIndustry.biz
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