2XKO
2XKO wird eingestellt - und Riot zahlt alle Käufe zurück
Riot beendet die aktive Entwicklung des League-of-Legends-Prüglers im Dezember, lässt die Server aber online und erstattet jeden bisher ausgegebenen Franken

KURZFASSUNG
- Riot Games beendet die aktive Entwicklung von 2XKO im Dezember 2026 - keine zwölf Monate nach dem Launch im Januar.
- Alle Käufe, die bis zum 20. August 2026 getätigt wurden, werden erstattet.
- Im September werden alle Champions freigeschaltet, Lux erscheint; im Oktober folgt Samira als letzter Charakter.
- Server bleiben auf allen Plattformen online, Offline-Modi sind nicht betroffen.
Riot Games beendet die aktive Entwicklung von 2XKO. Das Prügelspiel im League-of-Legends-Universum erhält im Dezember 2026 einen letzten Bugfix-Patch, danach stellt das Studio die Arbeit daran ein - keine zwölf Monate nach dem Launch. Als Grund nennt Riot fehlende Spielerbindung: Zu viele hätten das Spiel zwar ausprobiert, zu wenige seien geblieben. Die Server bleiben trotzdem online, und alle bisher getätigten Käufe werden erstattet.
EXTERNER INHALT VON YOUTUBE
Beim Laden werden Daten an YouTube übermittelt, und YouTube kann Cookies setzen.
Dez. 2026
Letzter Bugfix-Patch - danach endet die aktive Entwicklung
20. Aug. 2026
Stichtag: Alle bis dahin getätigten Käufe werden zurückerstattet
80
Angestellte, die Riot unmittelbar nach dem Launch entliess
Riots Begründung: Die Zahlen tragen das Spiel nicht
In seiner offiziellen Ankündigung wird Riot ungewöhnlich deutlich. Man habe die Entwicklung von 2XKO über Monate hinweg beobachtet - und das Bild sei eindeutig ausgefallen. Es gebe eine engagierte Community, die täglich spiele, aber die Masse bleibe nicht hängen.
“Wir haben in den letzten Monaten die Entwicklung von 2XKO genau beobachtet, und was wir gesehen haben, zeichnet ein klares, konsistentes Bild: Viele von euch haben das Spiel ausprobiert und es gibt eine unglaubliche Community, die täglich spielt - aber wir haben nicht genug Spielerinnen und Spieler gesehen, die dem Spiel treu bleiben, um einen Weg zur Nachhaltigkeit zu finden.”
Riot ergänzt, man hätte die Entwicklung fortgesetzt, wenn man irgendeine tragfähige Zukunft gesehen hätte. Der Betrieb koste jedoch deutlich mehr, als das Spiel einbringe, und das Engagement sei trotz grösserer Updates weitgehend flach geblieben. Ein weiteres Jahr in der Hoffnung auf eine Wende wäre laut Studio «eine unverantwortliche Entscheidung für die Spielerschaft und das Entwicklerteam» gewesen.
Der Fahrplan: Lux, Samira und ein 40-Dollar-Abschied
Bis zum Schluss liefert Riot noch Inhalte nach - und zwar mehr, als bei einem Abbruch dieser Grössenordnung üblich ist. Der wichtigste Termin ist der 8. September: Mit diesem Update werden sämtliche Champions für alle Spielenden freigeschaltet, das Roster ist damit kostenlos komplett. Gleichzeitig erscheint Lux, die auf der Evo 2026 angekündigt wurde. Im Oktober folgt Samira als letzter neuer Charakter überhaupt - dieses Update bezeichnet Riot als «finalen grossen Content-Patch». Der Dezember-Patch räumt danach nur noch Fehler auf.
- 8. September: Alle Champions werden freigeschaltet, Lux erscheint, ein finales Bundle mit sämtlichen bisherigen Kosmetika kommt für 40 US-Dollar in den Shop
- Oktober: Samira erscheint als letzter Champion - der finale grosse Content-Patch
- Dezember: Letzter Bugfix-Patch, danach endet die aktive Entwicklung
- Danach: Server bleiben auf allen Plattformen online, Offline-Modi bleiben unangetastet
Die Erstattung betrifft alle Käufe, die bis einschliesslich Donnerstag, 20. August 2026, getätigt wurden. Das Geld soll in den kommenden Wochen zurückfliessen. Wer danach noch zum 40-Dollar-Bundle greift, kauft folglich bewusst ein Abschiedspaket - und finanziert damit keine weitere Entwicklung mehr.
Vorgeschichte: 80 Entlassungen direkt nach dem Launch
Ganz überraschend kommt die Nachricht nicht. 2XKO erschien im Januar 2026 als Free-to-Play-Titel mit Mikrotransaktionen, nachdem es zuvor auf dem PC in einer Early-Access-Phase gelaufen war. Unmittelbar nach dem Release entliess Riot 80 Mitarbeitende, später wurde das Team weiter verkleinert und der Fokus auf grundlegende Verbesserungen verschoben. Die Warnsignale standen also schon im ersten Quartal im Raum - was den Abbruch nach weniger als einem Jahr Betrieb trotzdem hart macht, weil das Projekt jahrelang als Riots ambitionierter Vorstoss ins Prügelspiel-Genre vermarktet worden war.
Riots erklärtes Ziel war ein Doppelschlag: enttäuschte Teile der Fighting-Game-Community zurückgewinnen und gleichzeitig ein als abschreckend geltendes Genre für Neulinge öffnen. Das Studio sagt selbst, man habe für diesen Ansatz Belege im kleinen Massstab gesehen - genug war es nicht. Die Kombination aus Free-to-Play-Monetarisierung, hohem Betriebsaufwand und der ohnehin schmalen Zielgruppe für Versus-Fighter erwies sich als zu teuer.
Was bleibt spielbar - und was nicht
Wichtig für alle, die aktuell dabei sind: 2XKO verschwindet nicht. Die Server bleiben auf allen Plattformen online und spielbar, Online- wie Offline-Modi sind vom Entwicklungsstopp zunächst nicht betroffen. Ein Abschalttermin wurde nicht genannt. Was endet, ist die Weiterentwicklung - also Balance-Patches, neue Champions, neue Saisons und alles, was ein Live-Service-Fighter normalerweise am Leben hält. Für die kompetitive Szene ist genau das der entscheidende Punkt: Ein Spiel ohne Balance-Pflege kann eine Weile funktionieren, aber es friert in dem Zustand ein, in dem der Dezember-Patch es hinterlässt.
“Wir wollen denjenigen gerecht werden, die 2XKO weiterspielen möchten, und respektieren zutiefst die Liebe, die bislang in das Spiel und die Szene geflossen ist. 2XKO bleibt online und spielbar, und wir gehen noch nirgendwohin.”
Einordnung
Riot beendet 2XKO so sauber, wie man ein Live-Service-Projekt beenden kann: volle Rückerstattung, komplettes Roster gratis, zwei nachgereichte Champions und Server, die weiterlaufen. Das ist mehr, als die Branche in vergleichbaren Fällen üblicherweise liefert - und es ändert nichts daran, dass ein grosses Studio mit einer der stärksten Marken im Gaming das Prügelspiel-Genre nicht als Dauerbetrieb rentabel bekommen hat. Das Studio kündigt an, sich wieder ins «R&D-Labor» zurückzuziehen und beim nächsten Genre-Anlauf stärker zurückzukommen. Für die Fighting-Game-Community bleibt vorerst ein Spiel, das noch da ist, aber keine Zukunft mehr hat.
COMMUNITY-UMFRAGE
Woran ist 2XKO gescheitert?
Anonym abstimmen und sehen, was die Community denkt.
WARUM DAS WICHTIG IST
2XKO war der bislang grösste Versuch, ein Prügelspiel als Free-to-Play-Live-Service zu etablieren - mit dem stärksten Marken-Rückenwind, den das Genre bekommen konnte. Dass Riot nach weniger als einem Jahr abbricht, sagt viel darüber aus, wie schmal das Fenster für neue Service-Titel geworden ist. Für alle, die investiert haben, gibt es immerhin Geld zurück und einen klaren Fahrplan bis Dezember.
QUELLEN (2)
MEHR ZU DIESEN THEMEN
WEITERLESEN
Kommentare
Kommentare werden geladen …



