Speicherpreise
Speicherpreise auf Rekordkurs — RAM kostet 345 Prozent mehr
Auch SSDs und Festplatten ziehen weiter an, und mit NVIDIAs Vera Rubin greift nun ein neuer Grossabnehmer nach dem NAND-Nachschub

KURZFASSUNG
- RAM kostet laut ComputerBase im Schnitt 345 Prozent mehr als Mitte September 2025 — ein neuer Höchstwert über dem bisherigen Rekord von 344 Prozent aus dem Januar
- SSDs liegen bei plus 126 Prozent (acht Punkte mehr als im Vormonat), Festplatten bei plus 129 Prozent
- NVIDIAs Vera-Rubin-Hochlauf bindet über die Context Memory eXtension grosse Mengen TLC-NAND; der Spotpreis für 512-Gb-TLC steht wieder bei 21 US-Dollar
- Folgen sind längst im Handel sichtbar: Microsoft hat die Preise für Xbox Series X und S Anfang August erneut angehoben
Die monatliche Preisbeobachtung von ComputerBase liefert Mitte August ein eindeutiges Bild: RAM, SSDs und Festplatten haben allesamt neue Höchststände erreicht. Am dramatischsten fällt der Aufschlag beim Arbeitsspeicher aus. Gegenüber dem Ausgangspunkt Mitte September 2025 liegt die durchschnittliche Verteuerung der beobachteten Kits nun bei 345 Prozent — nach 311 Prozent im Vormonat und damit knapp über dem bisherigen Rekord von 344 Prozent aus dem Januar.
EXTERNER INHALT VON X
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+345 %
Aufschlag bei DDR5- und DDR4-Kits gegenüber Mitte September 2025
+126 %
durchschnittliche SSD-Verteuerung, acht Punkte mehr als im Vormonat
21 $
Spotpreis für 512-Gb-TLC-NAND, nachdem er im Juni darunter gefallen war
Arbeitsspeicher: der Januar-Rekord ist gefallen
Zwischenzeitlich hatte sich die Lage beim RAM leicht entspannt, doch die Verschnaufpause ist vorbei. Besonders deutlich zeigt sich das bei den grossen Kits: Ein 64-GB-Set der Kingston FURY Beast kostete im September 2025 noch 213 Euro und steht nun bei 1036 Euro — ein Plus von 386 Prozent. Corsairs Vengeance RGB mit 64 GB kletterte im selben Zeitraum von 245 auf 1189 Euro. Auch die gängigen 32-GB-Kits sind betroffen: Das Patriot Viper VENOM stieg von 87 auf 429 Euro, das Kingston FURY Beast von 114 auf 523 Euro.
Selbst DDR4 als vermeintlich günstige Ausweichoption bleibt nicht verschont, auch wenn der Anstieg dort mit 204 Prozent beim G.Skill Aegis (69 auf 210 Euro) vergleichsweise moderat ausfällt.
SSDs holen auf, HDDs steigen stetig
Bei SSDs zog die Kurve in den vergangenen vier Wochen spürbar an: plus 126 Prozent gegenüber September 2025, acht Prozentpunkte mehr als noch Mitte Juli. Am stärksten trifft es günstige Einstiegsmodelle — die Kingston NV3 mit 1 TB legte von 50 auf 145 Euro zu, ein Plus von 191 Prozent. Die Samsung 990 PRO mit 2 TB kostet statt 146 nun 336 Euro, die 990 EVO Plus mit 4 TB stieg von 240 auf 572 Euro.
Festplatten bewegen sich mit plus 129 Prozent nahezu im Gleichklang, allerdings gemächlicher: vier Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Wer viel Speicher braucht, zahlt trotzdem kräftig — die Toshiba MG09ACA mit 18 TB verteuerte sich von 288 auf 839 Euro (plus 191 Prozent), Seagates Exos M mit 30 TB von 589 auf 1219 Euro.
Vera Rubin bindet TLC-NAND — der nächste Schub bahnt sich an
Ein Grund dafür, dass der Druck auf Flash-Speicher nicht nachlässt, liegt in den Rechenzentren. Wccftech berichtet, dass NVIDIAs Produktionshochlauf der Vera-Rubin-Plattform den Spotmarkt für TLC-NAND leerräumt: Der Preis für 512-Gb-TLC steht wieder bei 21 US-Dollar, nachdem er im Juni darunter gerutscht war. Verantwortlich ist unter anderem die Context Memory eXtension (CMX) — eine Zwischenstufe zwischen HBM und klassischem Backend-Storage, die als riesiger TLC-Flash-Pool über BlueField-4-DPUs und Spectrum-X-Ethernet an die Rubin-Cluster angebunden wird.
Die Dimensionen sind beachtlich: Ein einzelner 2-HE-CMX-Server fasst 600 TB TLC-Flash, jeder der vier DPUs verwaltet 150 TB Kontextspeicher, auf Pod-Ebene summiert sich das auf 9600 TB, also 9,6 Petabyte. Dazu kommt die wachsende Nachfrage nach Enterprise-SSDs für KI-Workloads. Ein grosser Teil dieser Mengen dürfte über langfristige Verträge gebunden sein — doch allein die schiere Grössenordnung zieht auch den freien Markt mit nach oben.
“NVIDIAs Produktionshochlauf der Vera-Rubin-Plattform verknappt das TLC-NAND-Angebot, weil immer mehr NAND-Zellen in der CMX gebunden werden. Und während die Nachfrage nach Enterprise-SSDs parallel wächst, steigen die TLC-Spotpreise endlich wieder, je näher der Rubin-Hochlauf rückt. QLC ist weiterhin flach.”
Was das für Spielerinnen und Spieler bedeutet
Die Engpässe sind längst nicht mehr auf Bastlerforen beschränkt. Microsoft hat die Preise für Xbox Series X und S Anfang August wegen der Speicherknappheit erneut angehoben, bei Apple sind trotz Preiserhöhung wochenlange Wartezeiten auf ein MacBook Air fällig. Für den PC-Bau heisst das: Aufrüstpläne, die vor einem Jahr im Budget lagen, sprengen ihn heute — 32 GB DDR5 kosten stellenweise mehr als eine Mittelklasse-Grafikkarte vor der Krise.
Hinzu kommt ein Nebeneffekt der Knappheit: In den Preisvergleichen tauchen zunehmend kleine, unbekannte eBay-Händler auf, die Kits teils deutlich günstiger anbieten. ComputerBase vermutet dahinter Scalper, die sich im Zuge der Krise eingedeckt haben, und schliesst solche Angebote ebenso wie Amazon-Marketplace-Listings aus der Auswertung aus — zu gross ist das Risiko, nicht die bestellte Ware zu erhalten.
Einordnung: Solange KI-Infrastruktur die Fertigungskapazitäten bindet und mit Vera Rubin ein weiterer Grossabnehmer hochfährt, spricht wenig für eine schnelle Entspannung. Wer ein Upgrade zwingend braucht, sollte vorhandene Module und Laufwerke möglichst weiterverwenden — wer warten kann, wartet vorerst wohl noch eine Weile.
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Wer 2026 einen Gaming-PC aufrüsten oder neu bauen will, zahlt für Arbeitsspeicher und SSDs ein Vielfaches der Preise von vor einem Jahr — und die Kurve zeigt weiter nach oben. Weil die Knappheit inzwischen auch Konsolen und Fertig-Hardware erreicht, betrifft sie längst nicht mehr nur PC-Bastlerinnen und -Bastler.
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