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Arbeitsspeicher

Ein Jahr im Ferienhaus vergessen - jetzt ist der RAM 2.500 Euro wert

Ein Reddit-Post über drei liegen gebliebene Speicher-Kits zeigt, wie brutal sich der Arbeitsspeichermarkt in zwölf Monaten gedreht hat

Republic of Pixels Redaktion25. August 2026 · 09:05 Uhr2 Min. Lesezeit
Ein Jahr im Ferienhaus vergessen - jetzt ist der RAM 2.500 Euro wert
Bild: MeinMMO
Kurzfassung
  • Ein Reddit-Nutzer kaufte vor rund einem Jahr Hardware für zwei Gaming-PCs und lagerte sie in einem Ferienhaus ein - gebaut wurde nie.
  • Die drei RAM-Kits kosteten je 214,99 US-Dollar, heute liegen vergleichbare Kits laut Geizhals bei rund 800 Euro - zusammen etwa 2.500 Euro
  • Post und Account sind gelöscht, ein Screenshot kursiert weiter; Teile der Community zweifeln die Geschichte an
  • Der Trend ist belegt: 32 GB DDR5 kosteten vor einem Jahr rund 120 Euro, heute das Vier- bis Fünffache - Mainboards und CPUs werden dagegen günstiger

Ein Reddit-Nutzer wollte vor rund einem Jahr zwei Gaming-Systeme bauen: eines für sich, eines für seinen Sohn. Die Hardware kaufte er bereits ein und deponierte sie in einem Ferienhaus, wo der Zusammenbau stattfinden sollte. Dazu kam es nie. Erst ein Jahr später kehrte er zurück - und fand die Komponenten unangetastet vor. Vor allem drei Arbeitsspeicher-Kits sind seither zu einem kleinen Vermögen geworden.

EXTERNER INHALT VON REDDIT

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214,99 $

zahlte der Nutzer vor einem Jahr pro RAM-Kit

ca. 800 €

kostet ein vergleichbares Kit heute laut Geizhals in Deutschland

ca. 2.500 €

Gegenwert der drei vergessenen Kits

Aus 645 Dollar wurden rund 2.500 Euro

Laut eigenen Angaben zahlte der Nutzer 214,99 US-Dollar pro Kit. In seinem Post beziffert er den aktuellen Preis auf rund 1.000 US-Dollar pro Kit. Für den deutschsprachigen Markt fällt die Rechnung etwas nüchterner aus: Ein Blick auf den Preisvergleich Geizhals landet eher bei rund 800 Euro pro Kit. Selbst dann bleibt für die drei Module ein Gegenwert von etwa 2.500 Euro stehen - deutlich mehr als das Dreifache des ursprünglichen Kaufpreises, und das ganz ohne Zutun des Besitzers.

Warum die Systeme nicht sofort zusammengebaut wurden, erklärt der Nutzer nicht. Genau daran entzündete sich in den Kommentaren auch Kritik: Mehrere Leute hielten die Geschichte für wenig glaubwürdig und fragten, weshalb jemand teure Hardware ein Jahr lang unangerührt in einem Ferienhaus liegen lässt. Post und Account wurden inzwischen gelöscht; das Magazin WCCFTech hatte den Beitrag zuvor als Screenshot gesichert, weshalb er weiterhin kursiert. Die Anekdote selbst lässt sich also nicht mehr überprüfen.

Der Trend dahinter ist dokumentiert

Unabhängig davon, ob die Ferienhaus-Story stimmt, ist die Preisentwicklung im Hintergrund gut belegt. Wer vor einem Jahr 32 GB DDR5 kaufen wollte, zahlte dafür rund 120 Euro. Heute liegt derselbe Speicher beim Vier- bis Fünffachen. Ähnliches gilt für SSDs und andere Speichermedien. Arbeitsspeicher hat damit in kürzester Zeit den Status einer Wertanlage bekommen - in der Reddit-Community kursieren bereits Memes, die Reichtum schlicht mit RAM-Riegeln gleichsetzen.

Das führt zu Situationen, die es so lange nicht gab: Hardware, die jahrelang ungenutzt im Schrank lag, ist plötzlich mehr wert als beim Kauf. Für alle, die jetzt erst aufrüsten wollen, dreht sich dieselbe Rechnung ins Gegenteil - der Speicher ist oft der teuerste Einzelposten im Warenkorb geworden.

Mainboards und CPUs gehen den umgekehrten Weg

Auffällig ist, dass der Preisschub nicht die gesamte Hardwarelandschaft erfasst. Während Speicher durch die Decke geht, bewegen sich andere Komponenten in die Gegenrichtung.

  • Arbeitsspeicher: Preise vervier- bis verfünffacht innerhalb von zwölf Monaten
  • SSDs und Speichermedien: ebenfalls deutlich teurer geworden
  • Mainboards: High-End-Modelle sind laut PC Gamer inzwischen spürbar günstiger zu haben, weil sie kaum noch verkauft werden
  • Prozessoren und teilweise Grafikkarten: bislang kein vergleichbarer Preisanstieg

Der Zusammenhang ist simpel: Weil RAM für viele schlicht unbezahlbar geworden ist, werden komplette Neubauten verschoben. Und wer keinen neuen PC baut, kauft auch kein neues Mainboard und keine neue CPU. Diese Teile bleiben bei den Händlern liegen, die Preise geben nach. Der teuerste Baustein blockiert also indirekt den Absatz aller anderen.

Einordnung

Die Geschichte des vergessenen Arbeitsspeichers ist als Einzelfall nicht überprüfbar - der gelöschte Post macht sie zur Anekdote. Was sie aber illustriert, ist real und betrifft jede und jeden, die oder der in den kommenden Monaten einen Gaming-PC plant: Die alte Faustregel, wonach Grafikkarte und Prozessor das Budget bestimmen, gilt derzeit nicht mehr. Wer noch ungenutzte Speicher-Kits im Schrank hat, besitzt aktuell die wertvollste Komponente im Haus. Wer keine hat, sollte beim Aufrüsten sehr genau kalkulieren - oder abwarten, bis sich der Markt beruhigt.

Warum das wichtig ist

Arbeitsspeicher ist innerhalb eines Jahres vom Nebenposten zum teuersten Einzelteil vieler Gaming-PCs geworden. Wer aufrüsten oder neu bauen will, zahlt für dieselbe Konfiguration ein Vielfaches - und muss sein Budget völlig anders verteilen als noch 2025.

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