Afterworld
Paradox leakt sich selbst - Afterworld taucht im eigenen Forum auf
Ein Filter-Menü im Paradox-Forum nennt den Namen des nächsten Grand-Strategy-Spiels - Wochen vor dem geplanten Reveal auf der Gamescom
Gerücht / Leak: unbestätigte Informationen - wir kennzeichnen, was gesichert ist.

- Im Filtermenü des offiziellen Paradox-Forums tauchte laut einem Reddit-Fund ein unveröffentlichtes Spiel namens Afterworld auf - inklusive Eintrag «Dev Diary Drafts».
- Ein zugehöriger Discord-Server beschrieb Afterworld angeblich als originäres postapokalyptisches Survival-Grand-Strategy-Spiel mit Stämmen, Siedlungen und Eroberungskriegen.
- Paradox teasert auf der eigenen Website ein «nächstes Grand-Strategy-Spiel» mit Countdown bis zur Gamescom Opening Night Live am 25. August.
- Nichts davon ist offiziell bestätigt: Die Forum-Einträge wurden entfernt, der Discord-Zugang gekappt, eine unabhängige Prüfung war nicht möglich.
Paradox Interactive wollte sein nächstes grosses Strategiespiel eigentlich erst auf der Gamescom vorstellen. Auf der Website des Publishers läuft dafür seit Tagen ein Countdown, dazu die Frage, was im «Paradox Universe» als Nächstes passiert. Nun kursiert der Name des Projekts schon vorher - und die Spur führt ausgerechnet ins hauseigene Forum. Afterworld soll das Spiel heissen, ein postapokalyptisches Survival-Grand-Strategy-Spiel. Offiziell bestätigt ist davon bislang nichts.
EXTERNER INHALT VON REDDIT
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25. Aug.
Ende des Countdowns auf der Paradox-Website - zeitgleich mit der Gamescom Opening Night Live
Gefunden in einem Filtermenü
Entdeckt haben will den Namen der Reddit-Nutzer DimDimio, und zwar an einer denkbar unspektakulären Stelle: in den Filteroptionen des offiziellen Paradox-Forums. Dort liess sich offenbar nach Beiträgen zu unveröffentlichten Spielen sortieren. Neben dem bereits angekündigten Prison Architect 2 stand in dieser Liste ein Eintrag namens Afterworld - mit der Unterzeile «Afterworld - Dev Diary Drafts». Gerade dieses Detail ist aufschlussreich: Entwicklertagebücher sind bei Paradox das etablierte Format, mit dem Systeme und Mechaniken über Monate hinweg erklärt werden. Entwürfe dafür deuten auf ein Projekt hin, das die frühe Konzeptphase längst hinter sich hat.
Ein Discord-Server, der kurz offen stand
Ein weiterer Nutzer soll anschliessend über die üblichen URL-Konventionen von Paradox den zugehörigen Discord-Server aufgespürt haben - und dort eine Kurzbeschreibung mitgenommen haben, bevor er hinausgeworfen wurde. Sie liest sich wie ein Bauplan für ein Grand-Strategy-Spiel im Ödland.
Führt einen Stamm von Überlebenden, entdeckt uralte Technologie wieder, verwaltet Siedlungen im Ödland und führt Eroberungskriege und politische Machtkämpfe - in Afterworld, einem originären postapokalyptischen Survival-Grand-Strategy-Spiel.
Bemerkenswert ist das Wort «originär»: Es deutet auf eine neue, eigene Marke hin statt auf ein Lizenzprojekt oder einen weiteren Ableger einer bestehenden Reihe. Belegen lässt sich das derzeit nicht. Die Erwähnungen im Forum wurden inzwischen entfernt, eine Sicherung im Internetarchiv existiert offenbar nicht, und auch der Zugang zum Discord-Server wurde rasch geschlossen. GamesRadar konnte die Angaben nach eigener Aussage nicht unabhängig verifizieren.
Der Teaser zeigt Sand, Machete und eine improvisierte Fahne
Was den Leak plausibel macht, ist das offizielle Teaser-Bild auf der Paradox-Website. Zu sehen ist ein Sandsturm, der eine Szenerie aus halb verschütteten Bauwerken verhüllt. Im Vordergrund liegt eine Machete, daneben steckt ein Stock im Boden, an dem eine behelfsmässig zusammengeknotete Fahne hängt. Ein neu verteiltes Territorium, markiert mit dem, was gerade zur Hand war - das passt exakt zu einem Spiel über Stämme, die eine zerstörte Welt untereinander aufteilen.
- Fundort: Filterliste für unveröffentlichte Titel im offiziellen Paradox-Forum
- Eintrag: «Afterworld - Dev Diary Drafts», gelistet neben Prison Architect 2
- Beschreibung: Stämme führen, alte Technologie wiederentdecken, Siedlungen verwalten, Kriege und Machtkämpfe austragen
- Status: Einträge gelöscht, Discord gesperrt, keine offizielle Stellungnahme von Paradox
Mehr als ein Tapetenwechsel
Wer bei «Postapokalypse plus Grand Strategy» sofort an Fallout denkt, liegt nahe, aber nicht zwingend richtig. Der orangefarbene Sand des Teasers passt ebenso gut zum ausgedörrten Australien der Mad-Max-Filme. Interessanter als die optische Referenz ist ohnehin die mechanische Frage. Paradox-Strategiespiele leben weniger vom Schlachtfeld als von Politik und Beziehungen zwischen Herrschenden; militärische Konflikte sind dort meist nur einer von vielen Bausteinen. Genau diese Formel müsste in einer Welt ohne Staaten, Dynastienarchive und etablierte Diplomatie neu justiert werden. Statt zu entscheiden, ob man Russland angreift oder den Lieblingssohn an die Tochter eines aufmüpfigen Vasallen verheiratet, ginge es womöglich darum, ob man ein von einer rivalisierenden Gruppe besetztes Tal einnimmt - oder denselben Sohn gegen einen Monatsvorrat zusammengeklaubter Rationen eintauscht.
Bis zur Gamescom Opening Night Live am 25. August bleibt Afterworld ein Gerücht mit auffallend guter Beweislage: mehrere unabhängig voneinander wirkende Fundstellen, ein passender Teaser - aber keine Bestätigung durch Paradox. Wer ein neues Setting für die Grand-Strategy-Formel gehofft hat, sollte den Termin trotzdem im Kalender markieren. Und in der Marketingabteilung des Publishers dürfte dieser Sommer als lehrreich in Erinnerung bleiben.
Paradox ist der wichtigste Name im Grand-Strategy-Genre - und praktisch jedes grosse Spiel des Studios spielte bisher in einer historischen Epoche. Ein postapokalyptisches Setting wäre ein Bruch mit dieser Tradition und würde zentrale Systeme wie Diplomatie, Erbfolge und Technologie neu denken. Für Fans von Crusader Kings und Europa Universalis steht damit am 25. August mehr auf dem Spiel als ein weiteres Add-on.
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