Microsoft gliedert mehrere Xbox-Studios aus – South of Midnight und Psychonauts-Macher werden unabhängig
Im Zuge der grössten Restrukturierung der Xbox-Geschichte verlassen mehrere bekannte Studios die Marke – manche ganz, andere unter neuer Flagge.

Parallel zum grossen Stellenabbau bei Xbox gliedert Microsoft mehrere Studios aus dem Xbox-Game-Studios-Portfolio aus – ein Novum in dieser Grössenordnung für die Marke.
Vier Studios im Umbruch
Compulsion Games, bekannt für South of Midnight, wird wieder ein unabhängiges Studio und behält dabei sämtliche Rechte an seinen Spielen, darunter auch Contrast und We Happy Few. Double Fine Productions, Entwickler der Psychonauts-Reihe, verlässt Xbox ebenfalls und wird künftig wieder eigenständig geführt – inklusive eigener IP, Backkatalog und Anschubfinanzierung für das nächste Projekt. Für Ninja Theory laufen laut Xbox Gespräche über eine neue Eigentümerschaft, während das Studio vorerst an der Senua-Reihe weiterarbeitet. Bei Undead Labs, Entwickler von State of Decay 3, verhält es sich ähnlich.
Was mit Arkane, Bethesda & Co. passiert
Beim französischen Studio Arkane hat das Management bereits Konsultationen mit dem örtlichen Betriebsrat aufgenommen, um mögliche strategische Optionen zu prüfen – arbeitsrechtlich könnte sich ein möglicher Verkauf dadurch verzögern. Die Zukunft des laufenden Projekts Marvel's Blade bleibt damit vorerst unklar. Bethesda und ZeniMax sollen sich künftig stärker auf ihre grössten Marken konzentrieren, namentlich Doom, Fallout, Quake, Wolfenstein und The Elder Scrolls, während Blizzard ebenfalls angehalten ist, Ressourcen auf besonders erfolgversprechende Projekte zu bündeln. King und Mojang, die Studios hinter Candy Crush und Minecraft, berichten künftig direkt an Xbox-Chefin Asha Sharma – ein Hinweis darauf, wie zentral beide Marken für die neue Xbox-Strategie sind.
Für Fans der betroffenen Studios ist die Nachricht zwiespältig: Einerseits verlieren die Teams den Rückhalt eines finanzstarken Konzerns, andererseits gewinnen etwa Compulsion Games und Double Fine damit auch die volle kreative Kontrolle über ihre eigenen Marken zurück.
