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The Duel kehrt auf Steam zurück und erntet KI-Kritik

Masangsoft bringt den Kult-Shooter der 2000er global zurück, doch die Steam-Reviews drehen sich um generierte Assets und Performance

Republic of Pixels Redaktion15. August 2026 · 03:03 Uhr3 Min. Lesezeit
GunZ: The Duel kehrt auf Steam zurück und erntet KI-Kritik
Bild: Insider Gaming

KURZFASSUNG

  • GunZ: The Duel ist über Masangsoft weltweit auf Steam erschienen — das Original war 2013 abgeschaltet worden
  • Die Steam-Bewertungen sind gemischt; negative Reviews nennen vor allem mutmasslich KI-generierte Inhalte
  • Zusätzlich beklagen Spieler:innen Ping-Spitzen, ein verändertes Nahkampfsystem und Cheater
  • Zum Zeitpunkt der Meldung spielten etwas mehr als 1'800 Personen gleichzeitig

GunZ: The Duel ist zurück. Der Third-Person-Shooter, der in den mittleren 2000er-Jahren auf der Plattform IJJI zum Free-to-Play-Phänomen wurde, ist über Masangsoft weltweit auf Steam gestartet. Der Empfang fällt allerdings zwiespältig aus: Die Nutzerbewertungen stehen auf gemischt, und ein grosser Teil der negativen Rückmeldungen dreht sich um mutmasslich KI-generierte Inhalte sowie um technische Probleme.

EXTERNER INHALT VON YOUTUBE

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1'800

Spielende gleichzeitig zum Zeitpunkt der Meldung

2013

Jahr, in dem das Original abgeschaltet wurde

3'000 ms

Ping-Spitzen, die Spielende in Reviews beschreiben

Vom IJJI-Klassiker zum Steam-Neustart

GunZ war seinerzeit ein Sonderfall: ein Action-MMO, dessen Reiz weniger aus Fortschrittssystemen als aus der Beherrschung des Bewegungs- und Nahkampfsystems entstand. Nach der Abschaltung 2013 hielten private Server das Spiel am Leben — teils über mehr als ein Jahrzehnt und mit einer Performance, die viele Rückkehrer:innen bis heute als Massstab nehmen. Genau dieser Massstab prägt jetzt die Diskussion um die offizielle Steam-Fassung.

Masangsoft betont in der Ankündigung den kompetitiven Kern des Spiels und positioniert die Rückkehr ausdrücklich ohne Bezahlvorteile.

Wir sind unseren globalen Fans aufrichtig dankbar für ihre Leidenschaft und ihre Geduld, mit der sie auf die Rückkehr von GunZ: The Duel gewartet haben. In GunZ entscheiden Können und Meisterschaft über den Sieg. Es gibt keine Pay-to-Win-Elemente, der Erfolg hängt davon ab, wie gut man spielt.
Vertreterin oder Vertreter von Masangsoft, Pressemitteilung

Woran sich die Kritik entzündet

In den negativen Reviews taucht ein Punkt besonders häufig auf: der Verdacht, dass neue Inhalte mit generativer KI erstellt wurden. Genannt werden ein Video direkt beim Spielstart, Icons und Artworks. Dazu kommen Beschwerden über Server- und Netzwerkprobleme sowie über Anpassungen am Spielgefühl.

  • Mutmasslich KI-generierte Videos, Icons und Artworks im fertigen Spiel
  • Ping-Spitzen bis rund 3'000 ms, die laut Berichten ganze Räume gleichzeitig treffen
  • Vergrösserte Reichweite der Schwerthiebe und ein Blocken, das unterhalb von 30 ms Ping als nutzlos beschrieben wird
  • Hochauflösende Texturen auf Maps, die den ursprünglichen Look aus Sicht der Kritiker:innen verwässern
  • Kollisionsprobleme mit Level-Geometrie und ein träges Bewegungsgefühl
  • Cheater, die nach Angaben von Spielenden ebenfalls zurück sind

Ein besonders ausführlicher Steam-Kommentar bringt die Stimmung eines Teils der Altspielerschaft auf den Punkt und verweist auf eine Änderung der Tickrate, die bereits in den Betaphasen bemängelt worden sei.

Diese Entwickler haben einen zeitlosen Klassiker wiederbelebt, nur um ihn vor deinen Augen erneut zu töten. Die Performance ist schlechter als das, was private Server seit über einem Jahrzehnt bieten.
Auszug aus einer Steam-Nutzerbewertung

Was Spielende jetzt erwarten dürfen

Technisch bleibt der Start damit hinter den Erwartungen zurück, die eine Community mit fast zwanzig Jahren Vorwissen mitbringt. Anders als bei Balance-Fragen sind die genannten Punkte grundsätzlich behebbar: Netcode und Tickrate lassen sich nachjustieren, Anti-Cheat lässt sich verschärfen, und auch generierte Assets können in späteren Updates ausgetauscht werden. Ob Masangsoft diesen Weg geht, ist bislang offen — konkrete Zusagen zu einzelnen Kritikpunkten liegen nicht vor.

Für Interessierte heisst das: Der Einstieg ist niederschwellig, weil das Spiel kostenlos verfügbar ist und laut Publisher ohne Pay-to-Win auskommt. Wer allerdings vor allem das präzise Bewegungs- und Blockspiel des Originals sucht, sollte die aktuellen Bewertungen und den Verlauf der ersten Patches im Blick behalten.

Einordnung

GunZ: The Duel ist ein Lehrstück darüber, wie eng Nostalgieprojekte und Erwartungsmanagement zusammenhängen. Eine Community, die ein Spiel über Jahre selbst am Leben erhalten hat, misst eine offizielle Rückkehr nicht am Nullpunkt, sondern am besten verfügbaren Zustand. Kommen dann noch sichtbare Hinweise auf generierte Inhalte dazu, verschiebt sich die Debatte schnell weg vom Gameplay hin zur Frage, wie viel Sorgfalt in der Wiederbelebung steckt. Die kommenden Wochen und die ersten Updates dürften entscheiden, ob aus dem holprigen Start eine tragfähige Rückkehr wird.

COMMUNITY-UMFRAGE

KI-generierte Assets in einem Revival eines Kultspiels — wie steht ihr dazu?

Anonym abstimmen und sehen, was die Community denkt.

WARUM DAS WICHTIG IST

GunZ ist einer der prägenden Skill-Shooter der 2000er-Jahre und lebte über ein Jahrzehnt fast ausschliesslich auf privaten Servern weiter. Wie gut ein solches Comeback gelingt, ist damit auch ein Testfall dafür, ob Publisher die technische und gestalterische Erwartungshaltung einer Community treffen, die das Original besser kennt als jede Roadmap. Der Streit um generierte Assets zeigt zudem, wie sensibel Spielerinnen und Spieler inzwischen auf KI-Inhalte in Nostalgie-Projekten reagieren.

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