GTA 6
«Leek» in Einschusslöchern — Hacker zeigt offenbar spielbaren GTA-6-Build
Ein neues, unbestätigtes Video legt nahe, dass die Gruppe CyberLeek nicht nur Dateien gestohlen hat, sondern Grand Theft Auto 6 selbst spielt
Gerücht / Leak: Dieser Artikel behandelt unbestätigte Informationen aus Leaks oder Insider-Quellen. Wir kennzeichnen das klar und ordnen ein, was gesichert ist und was Spekulation bleibt.

KURZFASSUNG
- Ein neues, unbestätigtes Video der Gruppe CyberLeek zeigt einen Flug über Vice City, einen Radiosenderwechsel und Jason, der das Wort «Leek» in eine Wand schiesst.
- Fachmedien werten das als Hinweis darauf, dass die Gruppe Zugriff auf einen spielbaren – vermutlich älteren – Build von GTA 6 hat.
- Eurogamer korrigierte eine frühere Meldung: Die Behauptung von «vollem Zugriff» stammte von einem gefälschten Account, nicht von CyberLeek selbst.
- Rockstar und Take-Two schweigen öffentlich, lassen die Clips aber offenbar löschen; Stop Killing Games warnt vor Krypto-Spenden an die Gruppe.
Der Leak-Fall rund um Grand Theft Auto 6 hat eine neue Qualität erreicht. In einem frischen Video, das der Gruppe CyberLeek zugeschrieben wird, fliegt eine Spielfigur mit einem kleinen einsitzigen Flugzeug über eine sonnendurchflutete Grossstadt – aller Wahrscheinlichkeit nach Vice City. Zwischendurch wird das Spiel pausiert, um den Radiosender zu wechseln. Am Ende des Clips feuert Mitprotagonist Jason mit einem Gewehr auf eine Wand, bis die Einschusslöcher das Wort «Leek» ergeben. Genau dieses Detail ist das eigentliche Problem für Rockstar: Es deutet darauf hin, dass hier nicht bloss gestohlene Videodateien weitergereicht werden, sondern jemand das Spiel tatsächlich in den Händen hält. Bestätigt ist davon bislang nichts – weder die Echtheit der Aufnahmen noch, aus welcher Entwicklungsphase sie stammen.
EXTERNER INHALT VON YOUTUBE
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27. Aug.
Termin des «Extended Look» zu GTA 6 bei Netflix
~80 Clips
Umfang des Rockstar-Leaks von 2022 – bisher der schwerste Datenabfluss des Studios
3 Monate
trennen die Leaks laut GamesRadar noch vom Release
Was in den Clips zu sehen ist
Die Aufnahmen wirken roh und ungeschnitten, als hätte jemand einfach die Aufnahmefunktion mitlaufen lassen, während er im Spiel herumprobiert. Der Flug über die Stadt hat kein Ziel und keine Eile: Bürotürme ragen in den Himmel, Autobahnen winden sich in Spiralen um sie herum, winzige Autos ziehen darüber hinweg. Ein Trailer-Ausschnitt ist das erkennbar nicht – die für kommende Woche angekündigte Netflix-Präsentation dürfte als Quelle ausscheiden.
- Flug mit einem kleinen Propellerflugzeug über die vermeintliche Vice-City-Karte, inklusive Blick auf Massstab und Detailgrad
- Pausenmenü und Wechsel des Radiosenders – ein Vorgang, den ein reines Videoleck kaum hergeben würde
- Jason schiesst «Leek» in eine Wand, was den Aufnehmenden direkt mit der Gruppe verbindet
- Laut GamesIndustry.biz kursieren zudem Spielmechaniken, Assets und eine komplette Karte; Pure Xbox berichtet von einer kurzen Zwischensequenz
Warum ein spielbarer Build schwerer wiegt als ein Video
Ein geleakter Trailer oder ein abgefilmter Bildschirm ist ärgerlich, aber begrenzt. Wer dagegen einen lauffähigen Build besitzt, kann theoretisch beliebig weitermachen: Missionen anspielen, Zwischensequenzen abfilmen, die Karte abfahren. Genau das treibt die Sorge in der Community an, drei Monate vor dem Verkaufsstart flächendeckend Story-Spoiler zu kassieren. Rock Paper Shotgun mahnt gleichzeitig zur Vorsicht bei Rückschlüssen: Sollten die Videos echt sein, handelt es sich vermutlich um eine ältere, wenn auch relativ vollständige Version – Rückschlüsse auf das fertige Spiel sind entsprechend heikel. Die Redaktion hält sogar eine grosse Inszenierung nicht für ausgeschlossen, etwa durch generative KI, hält diesen Verdacht aber selbst für sehr dünn.
Die Korrektur: kein «voller Zugriff» — und viele Trittbrettfahrer
Kurzzeitig kursierte die Meldung, die Gruppe habe «vollen Zugriff» auf GTA 6. Eurogamer hat diese Darstellung inzwischen korrigiert: Sie ging auf ein Social-Media-Konto zurück, das die Gruppe offenbar nur imitiert. CyberLeek selbst erklärte auf Telegram, man betreibe ausschliesslich eine Website und diesen Kanal – die Website ist mittlerweile offline.
“Einige Trittbrettfahrer, die den Nutzernamen CyberLeek verwenden, sind auf verschiedenen Social-Media-Plattformen aufgetaucht, darunter X, Discord und hier auf Telegram. Zur Erinnerung: Wir betreiben nur eine offizielle Website und diesen Telegram-Kanal, der vorsorglich eingerichtet wurde.”
Aktivismus-Pose mit Krypto-Beigeschmack
Die Gruppe inszeniert sich in einem veröffentlichten Manifest als Verbraucherschutzbewegung: Sie wettert gegen digitale Vorbestellungen, kostenpflichtige Singleplayer-Inhalte und die Abschaltung von Always-Online-Spielen. Als Auslöser gilt der Ärger darüber, dass GTA 6 nicht auf einer Disc erscheint und Rockstar der teureren Ultimate Edition offenbar umfangreiche exklusive Ingame-Inhalte beilegt. Der Haken: Die Videos tragen laut Rock Paper Shotgun einen QR-Code samt Aufforderung, Kryptowährung zu kaufen – die Aktion ist an einen Spendenaufruf gekoppelt, von dem die Gruppe direkt profitiert.
Die Organisation Stop Killing Games, die sich seit Jahren gegen die Abschaltung gekaufter Spiele einsetzt, will damit nichts zu tun haben und warnt ihre Anhängerschaft ausdrücklich vor Zahlungen.
“Schickt diesen Leuten kein Geld, egal wie viel Sympathie ihr für ihr Vorgehen empfinden mögt.”
Rockstar schweigt — und löscht im Hintergrund
Öffentlich äussern sich weder Rockstar noch Take-Two. Im Hintergrund passiert allerdings sichtbar etwas: Auf Reddit gepostete Clips verschwanden laut Rock Paper Shotgun teils noch während des Schreibens des Artikels wieder. Der Vergleichsmassstab ist der Vorfall von 2022, als rund 80 hochgradig unfertige GTA-6-Clips im Netz landeten. Sollten sich die aktuellen Videos als echt erweisen, wäre es der schwerste Datenabfluss bei Rockstar und Take-Two seitdem – und diesmal mit deutlich näherem Bezug zum fertigen Produkt.
Zeitlich fällt die Serie in eine denkbar ungünstige Phase: Für den 27. August ist ein «Extended Look» auf GTA 6 bei Netflix angekündigt, also die erste ausführliche, kuratierte Präsentation des Spiels. Statt Vorfreude bestimmen derzeit Screenshots ungewisser Herkunft und Takedown-Meldungen die Debatte. Parallel läuft ein ganz anderer Konflikt weiter: Ehemalige Rockstar-Beschäftigte streiten juristisch mit dem Studio über Vorwürfe gewerkschaftsfeindlichen Verhaltens und angeblicher Verstösse gegen Vertraulichkeitsauflagen.
Einordnung
Stand jetzt gilt: Nichts davon ist offiziell bestätigt, weder die Echtheit des Materials noch der behauptete Zugriff auf einen spielbaren Build. Die Indizien – Pausenmenü, Radiowechsel, das in eine Wand geschossene Gruppenkürzel – sprechen allerdings dafür, dass hier jemand mehr in der Hand hält als eine Sammlung abgefilmter Videos. Wer sich die Überraschung bewahren will, umgeht Social-Media-Feeds derzeit besser weiträumig. Und wer die Kritik an Disc-losen Releases und Vorbesteller-Boni teilt, sollte nicht vergessen, wer hier am Ende kassiert: eine anonyme Gruppe mit Krypto-Wallet, nicht die Spielerschaft.
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WARUM DAS WICHTIG IST
Wer sich auf GTA 6 freut, riskiert derzeit bei jedem Scrollen durch Social Media ungefragte Spoiler – von Spielmechaniken bis zu Zwischensequenzen. Gleichzeitig zeigt der Fall, wie leicht sich Verbraucherschutz-Rhetorik als Fassade für eine Krypto-Spendensammlung nutzen lässt.
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