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6.195 Euro für eine Grafikkarte — und die Mittelklasse zieht nach

Gigabytes Aorus RTX 5090 Infinity kostet fast das Dreifache der Nvidia-UVP, während in den USA selbst eine RTX 5060 Ti 16 GB die 800-Dollar-Marke reisst

Republic of Pixels Redaktion15. August 2026 · 15:03 Uhr3 Min. Lesezeit
6.195 Euro für eine Grafikkarte — und die Mittelklasse zieht nach
Bild: ComputerBase

KURZFASSUNG

  • Die Aorus GeForce RTX 5090 Infinity steht im deutschen Gigabyte-Shop mit 6.194,84 Euro in der Liste
  • Das sind rund 195 Prozent mehr als Nvidias aktuelle UVP von 2.099 Euro für die Founders Edition
  • Selbst gegenüber dem Marktmedian von 5.090 Euro (Stand 12. August) liegt die Karte knapp 22 Prozent darüber
  • Auch die Mittelklasse zieht an: Die RTX 5060 Ti 16 GB kostet auf Newegg über 800 Dollar statt der Start-UVP von 429 Dollar

Gigabyte hat eine Lücke geschlossen, die seit der Ankündigung im Mai offen war: Die Aorus GeForce RTX 5090 Infinity ist im deutschen Aorus-Shop nun mit einem Preis gelistet — 6.194,84 Euro. Damit kostet das luftgekühlte Spitzenmodell nicht nur mehr als jede andere RTX 5090 im eigenen Sortiment, sondern nähert sich dem Dreifachen dessen, was Nvidia für die Founders Edition als unverbindliche Preisempfehlung ausruft.

6.194,84 €

Listenpreis der Aorus RTX 5090 Infinity im deutschen Gigabyte-Shop

+195 %

Aufschlag gegenüber Nvidias aktueller UVP von 2.099 Euro

429 $

Start-UVP der RTX 5060 Ti 16 GB, die in den USA inzwischen über 800 Dollar kostet

Der Aufschlag rechnet sich brutal

Nvidia hat die UVP der RTX 5090 seit dem Marktstart mehrfach gesenkt, aktuell liegt sie bei 2.099 Euro. Gegenüber diesem Referenzwert verlangt Gigabyte 4.095,84 Euro mehr — ein Aufschlag von rund 195 Prozent. Dieser Vergleich ist allerdings theoretischer Natur, denn zur UVP ist die Founders Edition praktisch nicht zu bekommen. Aussagekräftiger ist der reale Markt: Am 12. August lag der Median neuer RTX-5090-Angebote in Deutschland bei 5.090 Euro. Auch daran gemessen liegt die Infinity noch knapp 22 Prozent darüber.

Innerhalb von Gigabytes eigenem Regal ist der Abstand ebenfalls beachtlich. Die ebenfalls luftgekühlte Aorus RTX 5090 Stealth Ice führt der Hersteller mit 4.609,80 Euro, die RTX 5090 Gaming OC kostet rund 4.400 Euro. Für das ungewöhnliche Kühlkonzept der Infinity werden gegenüber der Stealth Ice also fast 1.600 Euro zusätzlich fällig. Ob die Karte zu diesem Preis unmittelbar lieferbar ist, geht aus der Produktseite nicht eindeutig hervor — bestellen darf man immerhin nur ein Exemplar pro Kunde.

Zwei sichtbare Lüfter, ein versteckter dritter

Technisch bleibt es bei den bereits im Mai genannten Eckdaten. Gigabyte kombiniert zwei weit auseinanderliegende Lüfter mit einer geteilten Platine, sodass die Luft auf beiden Seiten durch den Kühlkörper strömen kann. Ein kleinerer dritter Lüfter sitzt verdeckt in der Mitte und soll sich erst unter hoher Last zuschalten. Der Hersteller nennt die Konstruktion «Windforce Hyperburst», das Gehäuse ist in Metall eingekleidet.

  • Bis zu 2.730 MHz GPU-Takt im Performance-Modus — 323 MHz über Nvidias Referenzwert
  • 32 GB GDDR7 an einem 512 Bit breiten Speicherinterface
  • Dual-BIOS und RGB-Beleuchtung
  • 3,5 Slots Bauhöhe, Abmessungen 330 × 145 × 65 mm
  • Ein einzelner 16-Pin-Anschluss, empfohlen wird ein Netzteil ab 1.000 Watt

Das Problem endet nicht bei der Oberklasse

Wer die 6.195 Euro als Luxusproblem einzelner Enthusiast:innen abtut, übersieht die Entwicklung eine Etage tiefer. In den USA hat die GeForce RTX 5060 Ti mit 16 GB auf Newegg die 800-Dollar-Marke gerissen — eine Karte, die vergangenes Jahr mit einer UVP von 429 Dollar startete. Einzelne Custom-Modelle wie die MSI Ventus nähern sich der 1.000-Dollar-Grenze, in derselben Auflistung finden sich sogar Angebote jenseits von 1.200 Dollar. Innerhalb von nur zwei Monaten stieg der Medianpreis dieser SKU um knapp 39 Prozent und damit stärker als bei jeder anderen Karte der Serie.

Der Auslöser liegt beim Speicher. Die Verfügbarkeit von DRAM verschlechtert sich, Hersteller sichern sich Kontingente nur noch zu höheren Preisen. Nvidia hat seine Boardpartner zuletzt über eine Verteuerung des GPU-Speicher-Bundles informiert, worauf Gigabyte, Asus und weitere Anbieter ihre Preise unmittelbar anzogen — teils wurden bestehende Bestellungen storniert, um zu neuen Konditionen zu verkaufen. Betroffen ist nicht nur Nvidia: Auch die Radeon RX 9000 Serie zog nach, und die RX 9060 XT mit 16 GB dürfte dem Trend der 5060 Ti folgen.

Die GPU-Apokalypse hat offiziell begonnen — Angebote der Mittelklasse nähern sich inzwischen der 1.000-Dollar-Marke.
Sarfraz Khan, Wccftech

Einordnung

Ein sechsstelliger Ausreisser wie die Infinity ist für sich genommen eine Randnotiz: Solche Prestigemodelle richten sich an eine winzige Käufergruppe und dienen dem Hersteller vor allem als Aushängeschild. Bemerkenswert ist der Zeitpunkt. Der Preis fällt in eine Phase, in der auch die Karten, die tatsächlich in den meisten Gaming-PCs landen, spürbar teurer werden — und in der ein Preisrückgang nicht in Sicht ist, solange die Speicherversorgung angespannt bleibt. Wer in den kommenden Monaten aufrüsten will, sollte Angebote entsprechend genau vergleichen, statt auf die UVP zu schauen. Die hat mit dem, was an der Kasse steht, derzeit wenig zu tun.

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WARUM DAS WICHTIG IST

Die Preise für Grafikkarten laufen aktuell in allen Klassen davon — nicht nur im Enthusiasten-Segment. Wer 2026 einen Gaming-PC bauen oder aufrüsten will, zahlt bei identischer Leistung deutlich mehr als noch vor wenigen Monaten. Die Ursache liegt bei der Speicherversorgung, und die betrifft künftige Karten von Nvidia wie von AMD gleichermassen.

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