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DLSS 5 auf der zweiten Grafikkarte - bis zu 127 Prozent mehr FPS

Ein ReShade-Add-on schiebt Nvidias Neural Rendering auf eine zweite GPU - der Trick kostet allerdings einen zweiten Monitor und die doppelte Anzeigelatenz

Republic of Pixels Redaktion07. September 2026 · 16:04 Uhr3 Min. Lesezeit
DLSS 5 auf der zweiten Grafikkarte - bis zu 127 Prozent mehr FPS
Bild: Tom's Hardware
Kurzfassung
  • Das ReShade-Add-on MGPU Bridge von Marcelo Guibout lagert Nvidias DLSS-5-Neural-Rendering auf eine zweite Grafikkarte aus.
  • Im Test mit zwei RTX 5060 Ti 16 GB steigen die Bildraten je nach DLSS-Modus um bis zu 127 Prozent, die Render-Karte läuft 21 Grad kühler.
  • Voraussetzung sind zwei RTX-50-Karten, DirectX 12 und je ein Monitor pro Karte - die Anzeigelatenz verdoppelt sich.
  • Das Projekt ist experimentell, steht auf GitHub bereit und ist ausdrücklich kein Ersatz für offizielle DLSS-5-Integration.

Nvidias DLSS 5 mit Neural Rendering ist seit dem Leak und dem anschliessenden offiziellen Rollout das grosse Thema der PC-Szene - und zugleich das teuerste. Die neuronale Nachbearbeitung kostet auf einer einzelnen Grafikkarte spürbar Bildrate. Der Entwickler Marcelo Guibout hat nun ein ReShade-Add-on namens MGPU Bridge veröffentlicht, das diesen Rechenschritt auf eine zweite GPU auslagert: Die erste Karte rendert das Spiel, die zweite übernimmt das Neural Rendering. In Guibouts Messungen kehrt damit fast die gesamte verlorene Leistung zurück. Das Projekt steht auf GitHub zum Download bereit.

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+127 %

höhere Bildrate im Ultra-Performance-Modus, wenn Neural Rendering auf der zweiten Karte läuft

21 °C

kühler läuft die Render-Karte ohne die neuronale Last

86 %

des möglichen Leistungsgewinns bleiben laut Entwickler im Dual-GPU-Betrieb erhalten

Warum sich Neural Rendering überhaupt verschieben lässt

Der Kniff liegt in der Position des Effekts innerhalb der Bildberechnung. Neural Rendering setzt ganz am Ende an - es bekommt ein fertiges Bild und gibt ein fertiges Bild zurück. Genau deshalb lässt sich dieser Schritt herauslösen und auf fremder Hardware ausführen, ohne dass Daten zurückwandern müssen.

Das Add-on erstellt sein eigenes D3D12-Gerät auf eurer zweiten GPU, schickt jedes fertige Bild dorthin, führt dort DLSS-NR aus und zeigt das Ergebnis auf dem Monitor dieser Karte an - es muss also nichts zurückkommen. Die Render-GPU leistet überhaupt keine neuronale Arbeit und läuft aus demselben Grund kühler.
Marcelo Guibout, Entwickler von MGPU Bridge

Die Messwerte: zwei RTX 5060 Ti gegen eine

Guibouts Testsystem besteht aus einem Ryzen 7 7800X3D, 32 GB DDR5 und zwei GeForce RTX 5060 Ti mit je 16 GB, beide über PCIe 5.0 x8 angebunden und mit je einem eigenen Display verbunden. Als Testszene dient ein Cinematic-Video aus The Blood of Dawnwalker in 1080p, DLSS Super Resolution läuft in allen Durchgängen mit. Die erste Spalte zeigt jeweils den Wert ohne Neural Rendering, also die Obergrenze des Machbaren:

  • DLAA: 67-70 FPS ohne NR / 44 FPS auf der Render-Karte / 67-70 FPS auf der zweiten Karte
  • Quality: 98-99 / 54-55 / 91 FPS
  • Performance: 127-131 / 59 / 106-107 FPS
  • Ultra Performance: 172 / 69-71 / 157 FPS

Der Entwickler warnt ausdrücklich davor, die Videos als Benchmarks zu lesen - es seien technische Demonstrationen. Interessanter als die absoluten Zahlen sei ohnehin das Verhältnis.

Die Bildraten sind nicht der Befund. Der Befund ist die Steigung: was ihr gewinnt, wenn ihr von DLAA auf Ultra Performance heruntergeht, und wie viel von diesem verfügbaren Gewinn jeder Zweig behält. Neuronale Nachbearbeitung sättigt jedes Gerät, auf dem sie läuft, und sie arbeitet immer in Ausgabeauflösung. Ihre Kosten sinken kaum, wenn ihr den DLSS-Modus senkt, während die Renderarbeit einbricht.
Marcelo Guibout

Auf der Render-Karte fresse der Effekt deshalb einen immer grösseren Anteil jedes Frames, und das Upscaling lohne sich irgendwann nicht mehr: Rund ein Drittel dessen, was die Maschine eigentlich hergeben könnte, bleibe übrig. Verschiebt man die Last auf die zweite Karte, seien es 86 Prozent. Ein zweiter Demo-Clip mit Cyberpunk 2077 zeigt dasselbe Prinzip, eine weitere Vorführung lief auf einem deutlich günstigeren Ryzen 5 5600 mit DDR4 - Highend-Unterbau ist also nicht zwingend nötig.

Der Preis: zwei Monitore, doppelte Latenz

So elegant der Ansatz klingt, so eng sind die Voraussetzungen. Die aktuelle Implementierung setzt Folgendes voraus:

  • ausschliesslich DirectX-12-Spiele
  • zwei Grafikkarten der RTX-50-Serie - RTX 40 oder älter funktionieren nicht
  • je ein Monitor pro Karte, da das fertige Bild auf dem Display der zweiten GPU ausgegeben wird
  • eine verdoppelte Anzeigelatenz
  • Mischbetrieb zweier unterschiedlicher RTX-50-Modelle wurde vom Entwickler nicht getestet

Einordnung: kein SLI-Comeback, aber ein PhysX-Déjà-vu

Guibout stellt selbst klar, dass MGPU Bridge nichts mit SLI zu tun hat - dort wurde die eigentliche Bildberechnung zwischen zwei Karten aufgeteilt. Und es sei ebenso wenig Nvidias Vorstellung davon, wie DLSS 5 laufen soll; die native Integration offizieller Unterstützung fehlt schlicht. Kommentare in der Community ziehen die passendere Parallele: dedizierte PhysX-Karten, die früher einen einzelnen Effekt übernahmen, während die Hauptkarte das Bild baute. Der Mod reiht sich damit in eine auffällig produktive Bastelwelle ein - Neural Rendering wurde bereits inoffiziell auf RTX 20, 30 und 40 sowie auf AMDs Radeon RX 9000 zum Laufen gebracht, wenn auch mit teils drastischen Leistungseinbrüchen. Nvidia selbst hat DLSS-5-Unterstützung für RTX-40-Karten bestätigt, optimiert die Modelle aber zunächst für die RTX-50-Serie. Wer eine ältere RTX-50-Karte übrig hat und mit einem Zweitmonitor sowie höherer Latenz leben kann, bekommt hier einen faszinierenden Blick darauf, wie viel Leistung in DLSS 5 derzeit an der falschen Stelle verpufft.

Warum das wichtig ist

Neural Rendering ist das Prestige-Feature von DLSS 5 - und kostet auf einer einzelnen Karte einen erheblichen Teil der Bildrate. Der Mod zeigt zum ersten Mal für Endanwender:innen, wie viel Leistung tatsächlich zurückzuholen wäre, wenn die neuronale Nachbearbeitung woanders liefe. Für alle mit einer alten Grafikkarte im Schrank eröffnet das eine Perspektive, die es seit den PhysX-Zeiten nicht mehr gab.

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