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Bungie vermietet sein Hauptquartier - bis 2035

Nach 292 Entlassungen sucht das Studio Untermieter für über 210'000 Quadratfuss Bürofläche in Bellevue

Republic of Pixels Redaktion04. September 2026 · 22:43 Uhr3 Min. Lesezeit
Bungie vermietet sein Hauptquartier - bis 2035
Bild: GamesRadar
Kurzfassung
  • Bungie bestätigt, Optionen für eine Untervermietung seines Campus in Bellevue zu prüfen
  • Im Angebot stehen 210'984 Quadratfuss Fläche, das Mietangebot läuft bis zum 30. September 2035
  • Im Juni wurden am Standort 292 Stellen gestrichen - die dritte Entlassungswelle in drei Jahren
  • Bungie will trotzdem eine physische Präsenz in Bellevue behalten

Bungie sucht Untermieter für sein Hauptquartier. Das Studio hinter Destiny 2 und Marathon hat bestätigt, dass es «Optionen prüft», um seinen Campus im US-amerikanischen Bellevue im Bundesstaat Washington unterzuvermieten. Aufgefallen war der Vorgang der Website The Game Post, die eine zehnseitige Anzeige in einer Broschüre für Gewerbeimmobilien gesichtet hat. Darin ausgeschrieben: 210'984 Quadratfuss vermietbare Fläche - und das bis zum 30. September 2035.

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210'984 sq ft

Bürofläche, die Bungie untervermieten will

292

Stellen wurden im Juni in Bellevue gestrichen

3,6 Mrd. $

zahlte Sony für die Übernahme von Bungie

Ein Campus, gebaut für ein viel grösseres Bungie

Die Fläche ergab einmal Sinn. Bungie war vor Jahren in dieses Gebäude expandiert, als Teil eines von Pete Parsons vorangetriebenen Plans, aus dem Destiny-Entwickler ein Studio mit mehreren Marken zu machen. Berichten zufolge steckten zeitweise fünf oder sechs Spiele in Entwicklung, Destiny 2 und Marathon eingerechnet - darunter angeblich ein Fantasy-Titel im Stil von Genshin Impact.

Von diesem Plan ist wenig übrig. Die Inkubationsprojekte verschwanden weitgehend, nachdem Sony Bungie für 3,6 Milliarden US-Dollar übernommen hatte. Führungskräfte des Studios sehen sich seither dem Vorwurf ausgesetzt, die Zahl der Nebenprojekte künstlich aufgeblasen zu haben, um den wahrgenommenen Wert des Unternehmens zu steigern. Parsons hat das Studio inzwischen verlassen, sein Nachfolger ebenfalls. Und mit Marathon hat Bungie in einem Jahrzehnt neben Destiny 2 exakt ein weiteres Spiel tatsächlich veröffentlicht.

Drei Entlassungsrunden in drei Jahren

Im Juni traf es 292 Beschäftigte am Standort Bellevue - die dritte Entlassungswelle innerhalb von drei Jahren. Laut Berichten der Seattle Times arbeiteten hier 2023 noch rund 1000 Menschen; zwischen Oktober 2023 und Juli 2024 sollen bereits etwa 320 Stellen gestrichen worden sein. Vor diesem Hintergrund liest sich die Immobilienanzeige weniger als Überraschung denn als nachträgliche Bestätigung.

Bungie prüft Optionen, seinen Campus in Bellevue, Washington, unterzuvermieten. Das Studio ist vor mehreren Jahren zu einem Digital-First-Modell übergegangen, und dieser Schritt spiegelt die sich verändernden Arbeitsplatzbedürfnisse des Teams sowie die Wirksamkeit seiner Zusammenarbeit aus der Ferne wider. Bungie wird weiterhin eine physische Büropräsenz in Bellevue aufrechterhalten.
Sprecher von Bungie gegenüber The Game Post

In der Community fallen die Reaktionen gemischt aus. Ein Teil hält den Schritt schlicht für die logische Konsequenz aus der Teamgrösse, ein anderer sieht darin ein Alarmsignal. «Ich sehe Leute, die deswegen den Untergang beschwören, obwohl es unter den aktuellen Umständen jede Menge Sinn ergibt», schrieb eine Person auf X. «Etwas mehr als 400 Leute werden diese Fläche nicht komplett nutzen können, und das ist besser, als sie verstauben zu lassen.»

Was das für Destiny 2 und Marathon bedeutet

Konkret spürbar ist die Schrumpfkur längst im Spiel selbst. Nach dem Ende der Entwicklung von Destiny 2 wurde bekannt, dass «die meisten» Mitglieder des Teams entlassen werden; auch Teile des Marathon-Teams, das während der Produktion auf mehrere Hundert Personen angewachsen war und immer wieder Destiny-Entwickler aufgenommen hatte, waren betroffen. Das verbliebene Destiny-2-Team ist so klein, dass Bungie über den reinen Serverbetrieb hinaus nicht mehr garantieren kann, auf Probleme wie Bugs so zu reagieren wie früher.

  • Destiny 2: Entwicklung beendet, Server laufen weiter - Reaktionen auf Bugs sind nicht mehr garantiert
  • Marathon: Season 3 steht an, die Spielerzahlen liegen deutlich unter dem Release-Niveau
  • Season 2 von Marathon konnte den Abwärtstrend laut Beobachtern nicht drehen
  • Bungie behält trotz Untervermietung ein Büro in Bellevue

Marathon humpelt derweil auf seine dritte Season zu. Das Spiel funktioniert, hat aber bislang keinen stabilen Platz gefunden, und die Inhalte der zweiten Season haben daran wenig geändert. Die Enttäuschung der Destiny-Fangemeinde entlud sich zuletzt während des State of Play von PlayStation im September, als der Chat massenhaft mit Forderungen nach Destiny 3 geflutet wurde. Laut Quellen von Forbes existierten Pläne für einen Neustart unter dem Namen Destiny Infinity, die aber verworfen wurden; auch ein Destiny 3 sei erwogen worden, doch «die Dinge sind nicht in diese Richtung gelaufen». Bestätigt ist davon nichts.

Einordnung

Ein Untermietangebot ist kein Studioschluss, und es wäre falsch, es so zu lesen. Ein Team, das auf einen Bruchteil seiner früheren Grösse geschrumpft ist und überwiegend remote arbeitet, braucht diese Fläche schlicht nicht. Trotzdem ist es eine schlechte Nachricht: Das Angebot umfasst den mit Abstand grössten Teil von Bungies Grundfläche, und der Mietvertrag reicht bis 2035. Wer darauf hofft, dass Bungie in absehbarer Zeit wieder mehrere Projekte parallel hochzieht, findet in dieser Immobilienanzeige jedenfalls kein Argument dafür.

Warum das wichtig ist

Der Campus in Bellevue war einmal das Fundament für Bungies Plan, ein Studio mit mehreren Marken zu werden. Dass nun der grösste Teil davon zur Untermiete steht, zeigt schwarz auf weiss, wie klein das Team geworden ist - und damit auch, wie viel Support Spielerinnen und Spieler von Destiny 2 und Marathon künftig realistisch erwarten dürfen.

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